Mo. 21. Nov.: Vortrag: Entschwörungstheorie mit Daniel Kulla

[Buchcover: Entschwörungstheorie]

Am Montag, den 21. November 2011 hält Daniel Kulla den Vortrag Entschwörungstheorie zur Kritik an Verschwörungstheorien.

Entschwörungstheorie ist ein ironisches Label. Ziel ist nicht die Einheitliche Feldtheorie zur Widerlegung sämtlicher Verschwörungstheorien. Vielmehr geht es darum, das Thema für eine kritische Diskussion überhaupt zugänglich zu machen und die dafür wichtigen Fragen aufzuwerfen. Motiv ist die Unzufriedenheit mit der bisherigen Beschäftigung mit Verschwörungsdenken, die besonders in Deutschland vorwiegend in unkritisches Durchwinken einerseits und akademischelitäres Bashing à la Wolfgang Wippermann andererseits zerfällt.

In seinem Buch zum Thema betont Daniel Kulla die Besonderheit des modernen Verschwörungsdenkens gegenüber früheren Formen; es werden nicht mehr hauptsächlich aufgrund unzureichender Informationen wilde Spekulationen angestellt, sondern es findet eine Reduktion trotz verfügbarer Informationen statt. Dabei kleidet sich moderne Verschwörungsideologie ins Gewand etablierter Autoritäten (Wissenschaftler, Historiker, Politiker) und übertrifft diese in der Wirkung beim Publikum in vielen Fällen. Dieser von Daniel Kulla als „Travestie“ bezeichnete Mechanismus gehört zu den wichtigsten Verbreitungsweisen des Verschwörungsdenkens und sollte nicht durch die üblichen Reaktionen bestärkt werden.

Am wichtigsten jedoch scheint ihm die Unterscheidung in offenes und geschlossenes bzw. ideologisches Verschwörungsdenken. Ersteres zeichnet sich durch offene Fragestellungen und die Beschäftigung mit der Realität von Verschwörungen (klandestine Machtstrukturen, Geheimdienste) aus, während zweiteres als geschlossene Ideologie daherkommt, in der die Antworten immer schon vorher feststehen, mittels derer durch Vorverurteilungen Opfer- und Feindmarkierungen vorgenommen werden und somit Brennstoff für die Politik von Ausschluss, Verfolgung und Massenmord geliefert wird.

Mo. 21. Nov. 2011, 19:30 Uhr

Mo. 29. Aug.: Vortrag: Die globale Krise auf den Finanzmärkten und die Auswirkungen auf unsere Stadt

[Foto: Versammlung vor klassizistischem Gebäude]

Immer wieder kommt es auf den weltumspannenden Finanzmärkten zu Krisen. Staaten verlieren ihre Zahlungsfähigkeit, müssen enorme Einsparungen vornehmen und lösen damit soziale Konflikte aus. Dabei verbleibt die Krise merkwürdig abstrakt und scheint an Otto und Ida NormalverbraucherIn vorbei zu gehen.

Der Referent legt in einem theoretischen Vorspann dar, dass es sich bei Krisen um wiederkehrende Phänomene handelt, die für die kapitalistische Wirtschaftsordnung prägend sind. In einem zweiten Schritt werden die konkreten Auswirkungen auf den städtischen Haushalt dargestellt. Abschließend ist genügend Raum für gemeinsame Diskussionen.

Mo. 29. Aug. 2011, 20:00 Uhr

Mi. 31. Aug.: Buchvorstellung: Autonome Nationalisten

[Buchcover: Autonome Nationalisten]

Buchvorstellung mit Jan Schedler (Ruhr-Universität Bochum)

Am 3. September ist es wieder soweit, zum siebten Mal wird Dortmund zum Aufmarschplatz für Neonazis aus ganz Deutschland und anderen europäischen Ländern. Anlass ist der sogenannte „Nationale Antikriegstag“, ein rechtsradikales Event, das in seiner Bedeutung für die neonazistische Szene nicht unterschätzt werden darf, handelt es sich hierbei doch um ein Treffen bei der gleich mehr als tausend braune Kameraden zusammenkommen. Eine Gruppe unter den TeilnehmerInnen sticht besonders hervor, die „Autonomen Nationalisten“.

Wir wollen uns im Vorfeld des 3. September mit dieser Gruppe beschäftigen, ihre Wurzeln, Ziele und Strategien kennenlernen. Zu diesem Zwecke konnten wir den Politikwissenschaftler Jan Schedler (Ruhr-Universität Bochum) gewinnen, der gemeinsam mit Alexander Häusler einen Sammelband zu diesem Thema herausgegeben hat.

Mit den „Autonomen Nationalisten“ (AN) ist eine neue Generation von Neonazis in Erscheinung getreten, die derem bisherigen Klischeebild komplett widerspricht. Stilistisch angelehnt an jugendkulturelle Ausdrucksformen der Linken, sorgten diese „neuen Nazis“ gleichermaßen für allgemeine Irritation wie für Sogwirkung in der extremen Rechten. Eine eingehende wissenschaftliche Beschäftigung mit diesem Phänomen stand bislang aus. Erstmalig werden in dem vorgestellten Sammelband umfassend Herausbildung, Entwicklung und Wirkungsmächtigkeit der AN analysiert. Inszenierungspraxen, Selbstbild und Weltanschauung werden ebenso untersucht wie das Verhältnis zur NPD, aber auch die Lebenswelt der Akteure. Der unterschiedlichen Situation in den Bundesländern wird durch Beiträge zur regionalen Entwicklung Rechnung getragen, ergänzt um einen Blick auf die internationale Rezeption. Abgeschlossen wird der Sammelband durch sozial- und kulturhistorische Bezüge sowie eine theoretische Verortung unter Einbeziehung verschiedener Ansätze der sozialwissenschaftlichen Bewegungsforschung.

Mi. 31. Aug. 2011, 19:30 Uhr

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Mi. 4. Mai: Film + Vortrag: „Aghet – Ein Völkermord“ und Vortrag über türkischen Nationalismus

Dokumentarfilm von Eric Friedler über den Völkermord an den Armeniern, der während des Ersten Weltkriegs durch die Führung der Jungtürken im Osmanischen Reich veranlasst wurde. Dieser Völkermord wird von der Türkei offiziell geleugnet. Der Film beleuchtet Hintergründe und Beweggründe für dieses Verschweigen historischer Tatsachen und zeichnet den Verlauf des Völkermordes auf der Grundlage zahlreicher historischer Quellen nach. Die Dokumentation entstand 2009 nach mehrjährigen umfangreichen Recherchen.

Text: CC-BY-SA Wikipedia

Mi. 4. Mai 2011, 20:00 Uhr

Mi. 23. Mär.: Vortrag: „Tödliche Siege“ und „starke Männer“ – Das Geschichtsbild in den Landser-Heftchen

Seit 1957 erscheint im Pabel-Verlag die Heftchenromanreihe „Der Landser“. Die Texte geben vor Erlebnisberichte aus dem Zweiten Weltkrieg zu sein, genauere Analyse lassen bzgl. der Authenzität der Geschichten aber deutliche Zweifel zu.

Die Landser-Hefte erfreuen sich gerade unter jungen, männlichen Lesern großer Beliebtheit. Gerade ihre fiktionalen Geschichten über Kriegshelden und vermeintliche Kameradschaft machen sie für diese Zielgruppe attraktiv.

In einer germanistischen und historischen Analyse widmet sich der Referent der Fragestellung, welches Geschichtsbild über den Zweiten Weltkrieg und über Geschichte im Allgemeinen durch den Landser vermittelt wird. Des Weiteren wird der Frage nachgegangen werden, inwiefern sterotype Rollenbilder transportiert werden. Unterlegt werden die Ausführungen durch zahlreiche Zitate aus den Heften und Sekundärliteratur.

Mi. 23. Mär. 2011, 20:15 Uhr

Fr. 25. Mär.: Podiumsdiskussion: „Was bleibt von ’68?“ mit Karl-Heinz Dellwo, Volkhard Mosler und Michael Ramminger

In Podiumsdiskussion geht es um Rolle der 68er-Bewegung für heutigen Protest

[Foto: Rudi Dutschke]

„Stuttgart 21“, Anti-Atombewegung, Globalisierungskritiker – wäre das alles ohne die 68er-Bewegung und ihre Symbolfigur, Rudi Dutschke, möglich? Inwiefern sehen sich heutige Bewegungen, in einer Kontinuität zu ’68? Greifen sie auf Analysen und Positionen, auf Formen des Protests und Widerstands von damals zurück? Aber auch: Welche Irrwege wurden eingeschlagen?

[Icon: Rauchverbot]
[Icon: Volxküche]

Drei, die es wissen müssen, sind am 25. März zu Gast ist Witten: der Soziologe, ehemalige Frankfurter SDS-Vorsitzende (1963–1969) und Dutschke-Weggefährte Volkhard Mosler (Jg. 1943); der globalisierungskritische Theologe Michael Ramminger (Jg. 1960) vom Institut für Theologie und Politik Münster und Karl-Heinz Dellwo.

Dellwo (Jg. 1952) hat die 68er-Revolte als Heranwachsender miterlebt und wählte in den Siebzigern den Weg der Gewalt. Als Mitglied des RAF-Kommandos „Kommandos Holger Meins“ beteiligte er sich an der Besetzung der deutschen Botschaft in Stockholm und saß 20 Jahre im Gefängnis. Später distanzierte er sich vom Terrorismus und ist heute u.a. Mitherausgeber der „Bibliothek des Widerstands“ (Laika-Verlag). Darin erscheint in Kürze auch ein Band über Rudi Dutschke mit zwei Film-Portraits über den 68er-Rebellen. Wir zeigen Ausschnitte aus den Filmen und diskutieren über 68, die Gewaltfrage und heutige Protest- und Widerstandsformen.

Fr. 25. Mär. 2011, 19:00 Uhr

Bei der Veranstaltung herrscht Rauchverbot. Es wird eine Vokü (kostengünstiges veganes Essen) angeboten.

Mi. 30. Mär.: Film + Vortrag: „Aghet – Ein Völkermord“ und Vortrag über türkischen Nationalismus

Dokumentarfilm von Eric Friedler über den Völkermord an den Armeniern, der während des Ersten Weltkriegs durch die Führung der Jungtürken im Osmanischen Reich veranlasst wurde. Dieser Völkermord wird von der Türkei offiziell geleugnet. Der Film beleuchtet Hintergründe und Beweggründe für dieses Verschweigen historischer Tatsachen und zeichnet den Verlauf des Völkermordes auf der Grundlage zahlreicher historischer Quellen nach. Die Dokumentation entstand 2009 nach mehrjährigen umfangreichen Recherchen.

Text: CC-BY-SA Wikipedia

Mi. 30. Mär. 2011, 20:00 Uhr

Die Veranstaltung fällt wegen Erkrankung des Dozenten aus, wird aber in Kürze nachgeholt.

Mo. 7. Feb.: Veranstaltung: Albert Camus und seine Freundschaften mit den Libertären

Mit Lou Marin, Marseille (Verlag Graswurzelrevolution)

Albert Camus erhielt 1957 den Literaturnobelpreis und erlangte daraufhin literarischen Weltruhm. Nahezu unbekannt ist allerdings: Camus hatte zeit seines Lebens vielfältige Kontakte zur französischen und internationalen anarchistischen Bewegung. Er hielt Vorträge, beteiligte sich an Aktionen und trat für Angeklagte vor Gericht ein. Und seine Werke sind von freiheitlichem Denken gekennzeichnet.

Der vergessene Libertäre Albert Camus wird an diesem Abend vorgestellt: Seine Hinwendung zu libertären Ideen nach seiner Bekanntschaft mit der großen französischen Anarchistin Rirette Maîtrejean, die freiheitlichen Aspekte seines philosophischen Hauptwerkes Der Mensch in der Revolte und seine journalistischen Beiträge für anarchistische Zeitungen in den fünfziger Jahren.

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