Workshop: Reproduktion, soziale Revolution und gutes Essen

A Home Economics class receiving instructions on cooking. Ottawa, Ontario, 1959

Wenn wir uns einer Utopie des guten Lebens nähern wollen, ist unabdingbar sich mit der Basis der gesellschaftlichen Verhältnisse zu beschäftigen. Das tat Karl Marx in seinem Werk „Das Kapital – Kritik der politischen Ökonomie“ mit kritischem Blick auf die Produktion. Doch ein wichtiger Bestandteil des menschlichen Lebens ging dabei unter und zwar die Reproduktion. Reproduktion in einer patriarchalkapitalischen Gesellschaft ist der weiblichen Sphäre zugeordnet und somit ist es der Verdienst feministisch-marxistischer Analyse (und Kritik) die Leerstelle von Marx zu füllen. Mit einem gastrosophischen Workshop will sich die Gustav-Landauer-Bibliothek Witten dem Thema Reproduktion kritisch aber auch mit ein bisschen lebens- bzw. alltagsweltlichem Praxisbezug widmen. Das Essen ist einerseits fundamental für menschliche Existenz und somit auch einer der Hauptaspekte der Reproduktion menschlichen Lebens. Hier trifft sich die Notwendigkeit der Naturaneignung, aber auch der ästhetische Moment der Genusses. Kurz gesagt könnte es so formuliert werden: Ohne gutem Essen kein gutes Leben. Der angedachte Workshop beinhaltet die Lektüre feministisch-marxistischer Theorie und Praxis wie auch das Studieren gastrosophischer Schriften und des einen oder anderen anarchistischen Klassikers. Neben der intellektuellen Auseinandersetzung werden wir auch gemeinsam selbstgekochte Speisen speisen und dabei den Raum haben unsere eigenen Gedanken zum Themenkomplex auszutauschen.

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Sa. 24. Februar 2018, 14:00–18:00 Uhr
So. 25. Februar 2018, 11:00–15:00 Uhr

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Fr. 29. April: Schwarzer Tresen: Johann Mosts antireligiöse Hetzschrift „Die Gottespest“

[Zeichnung: Befreie deinen Verstand]
[Icon: mit Essen]

„Je mehr der Mensch an Religion hängt, desto mehr glaubt er. Je mehr er glaubt, desto weniger weiß er. Je weniger er weiß, desto dümmer ist er. Je dümmer er ist, desto leichter kann er regiert werden!“ Dem Anarchisten Johann Most fiel es noch nie schwer deutliche Worte zu finden. Sein 1887 erschienenes Werk „Die Gottespest“ strotzt nur so vor witzigen Gotteslästerungen und direkten Angriffen gegen den religiösen Glauben, seine kirchlichen Missionare und folgsamen Schafe. Umso erstaunlicher ist die Präzision und Scharfsinnigkeit mit der Most die Idee eines allmächtigen Gottes auseinander nimmt. Gekonnt zeigt er auf warum der Glaube seit jeher nichts anderes ist als ein Mittel zur Verdummung der Menschheit und damit zur Erhaltung der Macht, um dann im sozialrevolutionären Sinne den Herrschenden den Krieg zu erklären.

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Fr. 26. Februar: Schwarzer Tresen

Dass die Wahrheit auch gelebt werden muss – Emma Goldman und der Anarchismus

Emma Goldman -- mugshot from Chicago, Sept 10, 1901
[Icon: mit Essen]

Emma Goldman hinterließ ihren einmaligen Reichtum an gelebter Erfahrung und Theorie. Nicht bloß als Zuschauerin, sondern als scharfe Beobachterin und kämpferische Anarchistin bewegte Goldman sich in einer Zeit, als Europa, Asien und Amerika von Wellen der Revolution und Reaktion erschüttert wurden. Ihr Leben zwischen diesen Zentren war immer wieder eines auf der Flucht: vor antisemitischen Pogromen, vor politischer Verfolgung und staatlichem Terror. Die Erfahrungen in den Kämpfen der US-amerikanischen TextilarbeiterInnen brachten Goldman zu ihren Vorstellungen vom freiheitlichen Sozialismus, und entsprechend wurde sie zur bekannten Aktivistin und Agitatorin der ArbeiterInnenbewegung. Später verlagerte Goldman ihren Schwerpunkt auf andere Kampffelder. Befreiende Momente suchte sie nicht in Parteien und auch nicht in der Masse, sondern im kreativen Potential, das erst noch von den gemeinschaftlich handelnden Individuen zu erschaffen ist.

Ihre provozierenden Thesen werden vorgestellt, im Zusammenhang mit Goldmans Biographie. Denn ihr Leben folgte dem von ihr selbst formulierten Grundsatz, „dass die Wahrheit, wenn sie einmal erkannt wurde, auch gelebt werden muss und ihr Wesen nicht nur theoretisiert werden darf“.

Fr. 26. Februar 2016, 19:00 Uhr, mit Essen

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Fr. 29. Januar: Schwarzer Tresen: NATO

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[Icon: mit Essen]

Staaten schlagen und vertragen sich, und der Zusammenschluss mehrerer zu einem Militärbündnis spiegelt beides wieder. Die NATO, das nordatlantische Verteidigungsbündnis, entstand unter einer anderen Gemengelage als der heutigen. Zunächst als gemeinsame Verteidigung gegen ein sich postnazistisch, möglicherweise wieder gegen seine Nachbarn erhebendes Deutschland gegründet, war die NATO bald schon nicht mehr wiederzuerkennen. Ihre neue Rolle als Bündnis gegen den Ostblock brachte eine schnelle Mitgliedschaft Deutschlands mit sich, das nun in den gemeinsamen westlichen Machtblock militärisch integriert wurde.

Doch welchen Sinn hat die NATO heute, nach dem Nierdergang der UdSSR? Kann überhaupt von einem westlichen Block mit einheitlichen Interessen gesprochen werden, der mit Hilfe der NATO militärisch abgesichert ist? Immer wiederkehrende Konflikte zwischen gerade deutscher und US-amerikanischer Geopolitik treten auch im Bündnis zutage. Und was taugt dieses Bündnis im Kampf gegen den Jihadismus, der sich nicht an Staatsgrenzen orientiert?

Die PR der NATO-Staaten bleibt militaristisch. Antworten auf unsere Fragen können wir von ihr nicht erwarten. Und auch wenn sich die Form und Bewerbung des Militarismus wandelt, bleibt er dem Staat eingeschrieben. Wir wollen aufzeigen, dass Militarismus und Großmachtstreben den Staaten auch heute nicht abzutrennen sind. Als Anarchist*innen sind wir überzeugt, dass Antimilitarismus am Ende wirkungslos bleibt, wenn bloß an Regierungen appeliert wird.

Fr. 29. Januar 2016, 19:00 Uhr

Mi. 6. Januar: Was wir essen: Film(auschnitte) + Diskussion

Ehrwald - SPAR interior 2
[Icon: mit Essen]

Die Festtage liegen hinter uns. Traditionell ist der Tisch zu dieser Zeit üppigst gedeckt und auch auf den Weihnachtsmärkten gibt es an jeder Ecke etwas zu futtern.

Wir zeigen in diesem Zusammenhang eine mehrfach ausgezeichnete Dokumentation, welche unkommentiert hinter die Kulissen der Lebensmittelproduktion blickt.

Und ja… es gibt etwas zu essen.

Mi. 6. Januar 2016, 19:00 Uhr, mit Essen

Do. 23. Juli: Vom Regenwald in den Küchenschrank – Informationsveranstaltung und Mini-Workshop zum Thema Palmöl

Palm oil production in Jukwa Village, Ghana-02

Als billiger Rohstoff ist Palmöl bei der Industrie begehrt und in jedem zweitem Supermarktprodukt enthalten. Neben Lebensmitteln wie Margarine, Schokoaufstrichen, Speiseeis, Keksen, Fertiggerichten, Tiefkühlpizzen und Schokoriegeln findet es in Kerzen, Wasch- und Reinigungsmitteln ebenso wie in der Kosmetik, im Dieseltank und Heizkraftwerk Anwendung. Für all diese Konsumgüter stirbt der Regenwald. Denn für die riesigen Monokulturen der Ölpalmen wird dieser gerodet.

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Fr. 26. Juni: Schwarzer Tresen: Anarchie und Film

[Icon: mit Essen]

Welche Regisseure haben sich als Anarchisten verstanden und das im Film auch zum Ausdruck gebracht? Bei Einigen werden Anarchisten am Rande erwähnt und deutlich positiv dargestellt. Andere bringen durch ihre regisseurische Arbeit anarchische Filme hervor. Die Freiheit lässt sich in diesem künstlerischen Medium einfacher darstellen als in der Realität verwirklichen. Dabei kann auf Satire oder Provokation nicht verzichtet werden.

Wir schauen in einige Filmbeispiele hinein und erwarten von euch Tipps für weitere anarchische Filme.

Fr. 26. Juni 2015, 19:00 Uhr, mit Essen

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Fr. 29. Mai: Schwarzer Tresen: Der G7-Gipfel und die Proteste

Demonstration 2004 AB
[Icon: mit Essen]

Am 7. und 8. Juni 2015 findet er im Schloss Elmau, in Bayern statt.

Die „Gruppe der Sieben“ setzt sich aus den industriestärksten Nationen der Erde zusammen, in denen 68 der 100 größten Konzerne ihren Sitz haben.

Alle Entscheidungen und Abmachungen die in diesem Rahmen getroffen werden dienen der Festigung und Absicherung der gegenwärtigen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung und letztlich auch dem politischen System. In der Konsequenz fördert dies ein ausbeuterisches, konkurrierendes und repressives Gegeneinander der Menschen, auch gegen die Natur, in und außerhalb der G7-Staaten.

In den letzten Jahren und Jahrzehnten kam es zu heftigen Massenprotesten während dessen es, trotz heftiger und brutaler Repressionen immer wieder gelungen ist die Illegitimität des Zusammentreffens und seine dadurch resultierenden Folgen aufzuzeigen und teilweise zu blockieren. Unter dem Motto Block G7 – Smash Capitalism! wird es auch in diesem Jahr wieder massiven Widerstand gegen das Gipfeltreffen geben.

Die Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdAIFA) und die Anarchistische Föderation Rhein/Ruhr (AFRR) organisieren gemeinsam mit Aktivist*innen aus Bayern und weiteren anarchistischen Gruppen eine Kampagne zu diesem Thema. Geplant sind eine Gǎidào-Sonderausgabe mit Texten der beteiligten Gruppen, ein anarchistischer Block auf der Großdemonstration am 6. Juni in Garmisch-Patenkirchen, Info- und Mobilisierungsveranstaltungen sowie ein eigener Bereich auf dem Protestcamp.

Fr. 29. Mai 2015, 19:00 Uhr, mit Essen

Fr. 24. April: Schwarzer Tresen: 5 Stunden sind genug

Week-end pleasure
[Icon: mit Essen]

Fast täglich drohen „Arbeitgeber“ und Politiker mit längerer täglicher und Lebens-Arbeitszeit – und das angesichts massenhafter Arbeitslosigkeit. JedeR weiß im Grunde, dass im 21. Jahrhundert längst nicht mehr die Arbeitskraft aller gebraucht wird, um die Menschheit mit allen lebensnotwendigen Gütern zu versorgen. Wirtschaftswissenschaftler prognostizieren heute, dass in absehbarer Zukunft im Grunde nur noch ein Fünftel der Arbeitskraft benötigt wird. Die immens gestiegene Produktivität könnte also – eine vernünftige Gestaltung der Ökonomie vorausgesetzt – schon heute die Erfüllung eines uralten Menschheitstraumes von einem Leben ohne pausenlose Maloche möglich machen.

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Fr. 16. Jan.: Vortrag mit einem Mitglied des Übersetzungskollektivs des CrimethInc.-Buchs Work

[Buchcover: Work]
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Warum müssen wir, trotz all des technischem Fortschritts, mehr arbeiten als je zuvor? Wie kommt es, dass je härter wir arbeiten, wir letztendlich im Vergleich zu unseren Bossen umso ärmer werden? Warum konzentrieren sich die Leute einzig darauf, ihre Jobs zu retten, wenn die Wirtschaft zusammenbricht – obwohl eigentlich von vornherein keine_r die Arbeit mag? Kann der Kapitalismus ein weiteres Jahrhundert der Krisen überstehen?

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