Mi. 20. Nov.: Film: „Nicht wiedergekommen“

ein Film der Medienwerkstatt des Alternativen Jugendzentrums Dessau

Mahnmal für Sinti und Roma (Magdeburg-Altstadt).ajb

Gedenkstätte für die von 1933 bis 1945 verfolgten Magdeburger Sinti und Roma

[Icon: Volxküche]

Von 27 Angehörigen der Korbmacherfamilie Franz, deren Heimat bis zum Beginn des Völkermordes Magdeburg und der Fläming waren, überlebten lediglich vier Personen. Die Orte, an denen Familienmitglieder litten und starben, stehen für unvorstellbares Leid: Magdeburg-Holzweg, Sachsenhausen, Lichtenburg, Ravensbrück, Mauthausen, Dachau, Neuengamme, Bernburg, Buchenwald, Auschwitz-Birkenau, Mittelbau-Dora, Bergen-Belsen

Wald-Frieda Weiss, geborene Franz, erinnert in der Dokumentation schmerzlich an den Verlust ihrer Mutter, mit der sie gemeinsam viele Jahre in den Konzentrationslagern Lichtenburg und Ravensbrück litt, bis Franziska Franz in der Bernburger Gaskammer ermordet wurde, sowie an den geliebten Vater Gustav Franz, der im Konzentrationslager Mauthausen an den Folgen der Misshandlungen starb.

Es wird eine Vokü (kostengünstiges veganes Essen) angeboten.

Mi. 20. Nov. 2013, 19:30 Uhr

Di. 19. Nov.: „Da.Sein“ – Filmvorführung und Gespräch mit dem Filmteam von Afrique Europe Interact

Im Mittelpunkt des Dokumentarfilms Da.Sein stehen die Schicksale von Menschen, die „da“ gelebt haben und abgeschoben wurden. Ihre Geschichten werden in Dialog gesetzt mit denen von Freund_innen und Angehörigen, die „da“ geblieben sind.

Die Schauplätze von Da.Sein sind u. a.: Sokodé, zweitgrößte Stadt Togos, in den 1990er Jahren Widerstandshochburg gegen das repressive Regime von Präsident Gnassingbé Eyadéma, die 20-Millionen-Metropole Lagos aus der Perspektive eines Hinterzimmers, eines Fußballplatzes und eines fahrenden Autos, ein Refugee-Protestcamp in Hamburg. Wien: Ottakring, Favoriten, Westbahnhof, eine Sportanlage

Unter den Protagonist_innen: eine Krankenpflegerin und ihr Sohn, ein Fußballspieler, ein ehemaliger Chauffeur, der gerne Busfahrer wäre, die Betreiberin einer kleinen Schneiderei, eine Bleiberechtsaktivistin und Familienversorgerin, ein beliebter Party-DJ. Mit ihnen haben Aylin Basaran und Hans-Georg Eberl Interviews geführt und sie einen Monat lang mit der Kamera in ihrem Alltag begleitet. Die Erzählungen handeln von traumatischen Gewalterfahrungen und auseinandergerissenen Beziehungen, von verlorenen Hoffnungen und Rechten. Von behördlichem Rassismus und Zermürbungsterror „da“ und politischer Verfolgung „dort“, aber auch von Widerstand und Solidarität. Und von Versuchen, sich durch den erzwungenen Bruch im eigenen Leben nicht unterkriegen zu lassen.

Die Abschiebung von Menschen aus Europa ist alltägliche institutionelle Praxis. Da.Sein will eine Plattform sein für jene Stimmen, die Teil der europäischen Gesellschaften waren, aber durch das gewaltsame Herausreißen unsichtbar gemacht wurden. Der Film behauptet keinen Anspruch dokumentarischer Neutralität, sondern verschreibt sich einer parteiischen und solidarischen Perspektive, ohne dabei den Blick für die unterschiedlichen Facetten subjektiver Erfahrungen und Handlungsstrategien seiner Protagonist_innen zu verlieren.

Afrique-Europe-Interact ist ein kleines, transnational organisiertes Netzwerk, das Anfang 2010 gegründet wurde. Beteiligt sind BasisaktivistInnen vor allem aus Mali, Togo, Deutschland, Österreich und den Niederlanden – unter ihnen zahlreiche selbstorganisierte Flüchtlinge, MigrantInnen und Abgeschobene.“ – afrique-europe-interact.net

Di. 19. Nov. 2013, 19:00 Uhr

Fr. 9. Okt.: Film: Into the Fire – The Hidden Victims of Austerity in Greece

[Icon: Volxküche]

Am 9. Oktober dürfen wir nach der Vorführung ihres Filmes Into the Fire die Regisseurin Kate Mara begrüßen.

Der Dokumentarfilm beleuchtet die aktuelle Situation von Geflüchteten in Griechenland.

Griechenland wurde heftig von der Finanzkrise getroffen. Die Auswirkungen im Alltag sind wenig bekannt und kaum jemand weiß, wie es den Geflüchteten und Migrierenden geht, die in Griechenland leben. Mit der zunehmenden Armut nimmt auch der Rassismus zu, oft gewalttätig. Die geflüchteten Menschen dürfen Griechenland nicht verlassen, finden aber auch keinen Schutz.

Sowohl die Flüchtlingspolitik der EU, als auch die Auswirkungen der Finanzkrise werden maßgeblich von der deutschen Regierung verantwortet – deshalb ein Muss, dass dieser investigative Film auch ein breites deutsches Publikum ereichen sollte.

Es wird eine Vokü (kostengünstiges veganes Essen) angeboten.

Mi. 9. Okt. 2013, 19:30 Uhr

Fr. 25. Okt.: Schwarzer Tresen: Die Strategie der krummen Gurken

[Icon: Volxküche]

Jede Gurke, die man essen kann, landet bei der Gartencoop in der Gemüsekiste. Ob sie krumm ist, oder gerade, groß oder klein, hellgrün oder dunkelgrün. Vielfalt ist Trumpf und es soll nichts verschwendet werden, sondern alles, was gut ist, in den Kochtöpfen der Mitglieder landen. Die Gartencoop Freiburg ist eine Kooperative der Solidarischen Landwirtschaft. Sie besteht aus einem landwirtschaftlichen Betrieb in Form einer GbR und einem Verein mit aktuell 250 Mitgliedern, die den Gemüseanbau solidarisch finanzieren, tatkräftig anpacken und sich die Ernte teilen. Der Film „Die Strategie der krummen Gurken“ zeigt Entstehung, Motivation, Praxis, Schwierigkeiten und Ausblicke der Gartencoop Freiburg.

Eine Veranstaltung im Rahmen der Kampagne Zeit für Plan A der AFRR.

Es wird eine Vokü (kostengünstiges veganes Essen) angeboten.

Fr. 25. Okt. 2013, 19:00 Uhr

Mo. 14. Okt.: Revolte gegen die Vernichtung – Der Aufstand in Sobibór

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Am 14. Oktober 1943, nachmittags um 16 Uhr, sollte ein Aufstand im Vernichtungslager Sobibór, das im heutigen Polen liegt, beginnen. Dieses Lager war eines der drei Vernichtungslager der „Aktion Reinhardt“. In ihnen wurden 1942/43 etwa 1,3 Millionen Juden und Jüdinnen ermordet. Aus den nach Sobibór deportierten Menschen selektierten die Nazis etwa 600 Jüdinnen und Juden für die Arbeit im Lager. Sie mussten das Gepäck der Deportierten aus den Deportationszügen entladen, den ankommenden Menschen die Haare scheren, die Leichen aus den Gaskammern zerren, nach Wertgegenständen durchsuchen und zu den Verbrennungsgruben bringen. Den sicheren Tod vor Augen, organisierten sie einen Aufstand. Sie konnten etliche der SS-Wachen töten, fast 400 Insassen gelang die Flucht. Als Reaktion auf den Aufstand lösten die Nazis das Vernichtungslager auf und versuchten, alle Spuren zu beseitigen. Heute befindet sich dort eine kleine Gedenkstätte, deren Existenz immer gefährdet war und die immer wieder von Neonazis beschädigt wurde. Der Name Sobibór war 2010/2011 häufiger in den deutschen Medien zu lesen, als John Demjanjuk, einer der Wächter aus Sobibór, in München vor Gericht stand. Einer der Überlebenden des Aufstands sagte als Zeuge gegen ihn aus und ging dabei auch auf den Aufstand ein.

Aus Anlass des 70. Jahrestags zeigt das Trotz Allem das Filmporträt eines der Überlebenden des Aufstands und stellt ein neues Buch mit Berichten von am Aufstand Beteiligten vor.

Mo. 14. Okt. 2013, 20:00 Uhr (Einlass 19:30 Uhr)

Fr. 15. Mär.: Grenzfrei lädt ein

[Foto: Grenzfrei T-Shirts]
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Mit Vorträgen und Filmausschnitten möchte die Gruppe Grenzfrei den Gästen des Abends einen Einblick sowohl in ihre Arbeit als auch in die prekäre/problematische Lebenssituation von Geflüchteten inner- und außerhalb von Europas Grenzen geben. Zu Beginn der Veranstaltungsreihe am 15. März soll ein Überblick über die Situation der Geflüchteten in Calais (Frankreich) in Form eines Vortrages und Ausschnitten aus einem französischen Spielfilm aus dem Jahr 2009 vermittelt werden. Dazu werden kostengünstig vegane Speisen und Getränke angeboten.

Fr. 15. Mär. 2013, 19:00 Uhr

Do. 14. Feb.: Film + Diskussion: Der Aufstand der Würde – Die politische Arbeit der Zapatisten in Chiapas, Mexiko

Dokumentarfilm mit anschließendem Erfahrungsbericht der Referentin Petra Rodriguez

Am 1. Januar 1994 besetzten Tausende Indigene unter der Losung „Ya Basta!“ (Es reicht!) sieben Städte im südmexikanischen Bundesstaat Chiapas. Zwei Wochen lang kämpften die Zapatistas – die sich nach dem Revolutionär Emiliano Zapata benannten – bewaffnet gegen die Regierung, die für sie nur Missachtung oder Gewalt übrig hatte. Seitdem setzen sie sich mit friedlichen Mitteln gegen Ausbeutung, Rassismus, Unterdrückung der Frauen und Naturzerstörung ein.

Die Zapatistas besetzten Ländereien von Großgrundbesitzern und bauen dort eigene Strukturen auf. Lokale Machthaber und die Regierung reagieren darauf bis heute mit Repression und Sabotage. Die Zapatistas riefen bereits 1996 zur Bildung einer „Internationalen der Hoffnung“ auf, um gemeinsam mit anderen Bewegungen für eine solidarische Gesellschaft zu kämpfen. 2005 starteten sie mit der „Anderen Kampagne“ ihre neueste Initiative, die eine neue Verfassung für Mexiko und die Stärkung des globalen Widerstandes gegen den Neoliberalismus durchsetzen soll. Ziel der Zapatistas ist eine basisdemokratische Gesellschaftsordnung.

Das Filmteam besuchte mehrere zapatistische Gemeinden und sprach vor allem mit den Menschen der Basis. Die Dokumentation bietet eine Einführung in das Thema, anschauliche Einblicke in selbstverwaltete Gesundheits-, Bildungs- Landwirtschafts- und Kollektivprojekte, das Politikverständnis und die internationale Bedeutung der Bewegung. Das Filmteam reiste fünf Monate durch Südmexiko und Mittelamerika, um existierende und geplante „Entwicklungsprojekte“ des Plan-Puebla-Panamá (PPP) und die Widerstände dagegen zu dokumentieren.

Eine Veranstaltung des Rosa-Luxemburg-Club HAgEN.

Do. 14. Feb. 2013, 19:00 Uhr

So. 24. Feb.: Post-Brunch und Film: Die Geige von Cervarolo

Im Anschluss an einen vegetarischen Brunch für Sehr-Spätaufsteher_innen zeigen wir die Dokumentation „Die Geige aus Cervarolo“.

Während des Zweiten Weltkriegs, kurz bevor er selbst an die Front geschickt wurde, legte Virgilio Rovali, ein trotz seines jungen Alters im Appennin-Gebirge bei Reggio Emilia bereits bekannter Geiger, seiner Mutter seine wertvolle Geige ans Herz. Er konnte nicht ahnen, was wenig später das Schicksal seiner Familie sein würde. Virgilio war immer noch nicht nach Hause zurückgekehrt, als am 20. März 1944 seine und viele andere Familien aus dem kleinen Dorf Cervarolo Opfer eines Massakers wurden. Verantwortlich dafür waren Angehörige der 1. Fallschirm-Panzer-Division „Hermann Göring“, die Rache für ein Gefecht mit Partisanen nehmen wollten, bei dem die Antifaschisten die Oberhand behielten. Sie wurden von italienischen Faschisten unterstützt.

Italo Rovali, der Sohn des Geigers, versucht mehr als sechzig Jahre danach, die Verantwortlichen für das Verbrechen zu finden. Dank seiner hartnäckigen Nachforschungen und den Ermittlungen von Staatsanwälten wurde 2009 in Verona endlich ein Prozess eröffnet. Mit Hilfe der Erinnerungen derer, die als Kinder damals alles mit ansehen mussten, und dank der Überlieferungen seiner Familie lebt im Verlauf des Prozesses die unglaubliche Geschichte der Geige von Virgilio Roval wieder auf. Das Gericht verurteilte sechs der beteiligten Ex-Soldaten zu lebenslangen Haftstrafen und hohen Entschädigungszahlungen.

Der Film „Die Geige aus Cervarolo“ (Nico Guidetti/Matthias Durchfeld, Italien 2012) dokumentiert die Kriegsverbrecher-Prozesse von Verona aus Perspektive der Überlebenden und Angehörigen der Opfer. Ihnen, die seit fast 70 Jahren für Gerechtigkeit kämpfen, gibt der Film eine Stimme.

So. 24. Feb. 2013, 15:00 Uhr

Sa. 19. Jan.: Film(ausschnitte) + Diskussion: Gewaltlosigkeit

Mohsen makhmalbaf

Wir zeigen am 19. Januar Teile eines iranischen Spielfilms des berühmten Regisseurs Mohsen Ostād‘ali Makhmalbāf, der den Iran wegen Tabubrüchen in diesem Film verlassen musste. Der Film handelt von einem Exiliraner, bekennender Kommunist, und seiner großen Liebe, die den perfekten Mann, eine Art buddhistischen Priester in Indien sucht. Auf dieser Indien-Reise werden Themen wie Gewaltfreiheit, Religion als Instrument der Unterdrückung, gescheiterter kommunistischer Ideologie, Horizonte der Wahrnehmung und der Kreislauf des Lebens behandelt. Wenn ihr euren Horizont auf eine weitere Sicht aus einer östlichen Perspektive erweitern wollt, kommt vorbei und nehmt auch an der Diskussionsrunde teil. Dieser Film klärt nicht auf. Er stellt Fragen, deren Antworten nur ihr selbst finden könnt.

Sa. 19. Jan. 2013, 19:00 Uhr

Sa. 26. Jan.: Film(ausschnitte) + Diskussion: Holocaust, 1. Teil

Bundesarchiv Bild 175-04413, KZ Auschwitz, Einfahrt

Am Vorabend des Holocaust-Gedenktags beschäftigen wir uns mit dem Völkermord an den europäischen Juden. Wir zeigen Ausschnitte aus dem ersten Teil eines zweiteiligen Dokumentarfilms von Claude Lanzmann aus dem Jahre 1985, in dem überwiegend Zeitzeugen des Holocaust befragt werden. Es wird in dem Film kein einziger Leichnam abgebildet (auch nicht als Archivbild). Die Filmaufnahmen bestehen überwiegend aus Interviews und vielen langsamen Kamerafahrten an den heutigen Plätzen, an denen damals Tausende Juden ermordet wurden.

Sa. 26. Jan. 2013, 19:00 Uhr