Cornern am 2. Mai

Nach dem Arbeiterkampftag kommt auch immer der 2. Mai. Egal, wie laut man schreit, am 2. Mai geht alles seinen normalen Gang. Klimakrise, Ungerechtigkeit und Faschismus. Du hast Angst vor der Zukunft? Du fühlst dich alleine?

Das muss so nicht bleiben! Komm zum Cornern in den Stadtpark!

Ob jung oder alt, Menschen brauchen Orte, wo sie sich austauschen und connecten können. Wir wollen mit euch ins Gespräch kommen, über die historische Arbeiterbewegung und wie wir heutzutage für ein besseres Morgen kämpfen können.

Es wird Bierchen, Softdrinks und Mucke geben. Bringt gerne noch was mit und sagt es weiter. Am Freitag, den 2. Mai um 18 Uhr im Wittener Stadtpark . Kommt rum. Wir freuen uns.

(Wenn das Wetter schlecht ist, wechseln wir ins Trotz Allem.)

Fr. 16. Mai: Vortrag: Deutsche Friedensgesellschaft- Vereinigte KriegsgegnerInnen (DFG-VK). Geschichte und aktuelle Praxis

Während die herrschenden Kreise nach der Kriegstüchtigkeit Deutschlands rufen, stellen sich vermehrt junge Leute gegen die Forderung, für Deutschland in einem Krieg sterben oder töten zu sollen.
Die pazifistische Deutsche Friedensgesellschaft (DFG-VK) vertritt diese Position seit vielen Jahrzehnten. Sie wurde 1892 gegründet, als Krieg und Militär noch als etwas Ehrenvolles und Unangreifbares galten. Nach dem I. Weltkrieg schlossen sich viele ehemalige Kriegsteilnehmer aus der Arbeiterklasse dem ursprünglich bürgerlichen Verein an. Nach dem II. Weltkrieg organisierte die Friedensgesellschaft Proteste gegen die Wiederbewaffnung und die geplante Atomrüstung. In den sechziger und siebziger Jahren wurde die Unterstützung von Kriegsdienstverweigerern zum Markenzeichen der Organisation. Sie war auch wesentlicher Bestandteil der Antiraketenbewegung in den achtziger Jahren. Während nach 1990 Kriegseinsätze der Bundeswehr zunehmend auf Akzeptanz in der Bevölkerung stießen, unterstützte die DFG-VK die Entwicklung von Gegenmodellen der zivilen Konfliktbearbeitung. Heute steht die DFG-VK weiterhin für den Widerstand gegen Krieg, Aufrüstung und Wehrpflicht, setzt sich ein für zivile Formen der Konfliktbearbeitung und für Asyl und Schutz von Deserteuren und Kriegsdienstverweigerern aus kriegsführenden Ländern.

Referent ist Joachim Schramm, Sozialwissenschaftler, Landesgeschäftsführer der DFG-VK NRW und Sprecher der DFG-VK Witten-Hagen.

Fr. 16. Mai 2025, Einlass ab 19 Uhr, Beginn 20 Uhr.

Femizide stoppen – keine weitere!

Hinter einer halb reflektierenden Glasscheibe sind viele gleichförmig bedruckte Zettel aufgehängt, die durchnummeriert von „32. Femizid“ bis „77. Femizid“ und mit einem kurzen Text versehen sind. Es sind auch historische Wohnhäuser der Breitestraße in Witten zu sehen.

Im Rahmen des internationalen Frauentags wurde im Schaufenster des soziokulturellen Zentrums Trotz Allem die Ausstellung „Femizide stoppen“ aufgehangen. Auf laminierten DIN-A4-Seiten werden die Schicksale von über 100 ermordeten Frauen im Jahr 2024 dargestellt.

Diese Frauen dürfen nicht vergessen werden! Es sind nicht nur die Morde, sondern die Geschichten der Gewalt, der Angst, der Kontrolle, die Entwürdigung, die davor kommen. Die realen, oft unsichtbaren Kämpfe, die diese Frauen geführt haben. Das ist kein „Beziehungsdrama“, sondern patriarchale Gewalt! Das ist kein „Einzelfall“, sondern ein System, was Frauen das Leben nimmt! Es geht nicht nur um die Morde, sondern um eine Kultur, die die Morde ermöglicht! Wir wehren uns gegen die Strukturen, die diese Gewalt nähren. Wir machen es sichtbar und fordern Gerechtigkeit!

Die Ausstellung sollte eigentlich als „Walk of Shame“ in der Hattinger Innenstadt aufgehangen werden, allerdings sabotierte die Stadt Hattingen die Aktion mit absurden Auflagen, sodass kurzerhand eine Alternative organisiert wurde.

Die Ausstellung wird in den nächsten Wochen im Trotz Allem sichtbar bleiben. Kommt gerne vorbei und informiert euch.

Programm März 2025

Sa. 1. 3. Workshop: Annäherung an Kapitalismus und Gewalt an Frauen (ab 16:00 Uhr)
So. 2. 3. Brunch (ab 11:00 Uhr)
Di. 4. 3. Töpferkurs für Kinder (16:00–17:30 Uhr)
Küche für Alle (ab 19:00 Uhr)
Offenes Antifa-Treffen: Plakate malen für den feministischen Kampftag (ab 19:00 Uhr)
Offener Dienstag (ab 20:00 Uhr)
Do. 6. 3. Programm-Plenum (ab 20:00 Uhr)
Di. 11. 3. Küche für Alle (ab 19:00 Uhr)
Vortrag: Starke Mädchen gleich eine starke feministische Bewegung? (ab 20:00 Uhr)
Offener Dienstag (anschließend an den Vortrag)
Do. 13. 3. Töpferkurs für Kinder (16:00–17:30 Uhr)
Plenum (ab 20:00 Uhr)
Sa. 15. 3. Vortrag: Politik, Kapital und Anthroposophie – die Universität Witten/Herdecke (ab 19:00 Uhr Küfa, Beginn des Vortrags 20:00 Uhr)
Di. 18. 3. Töpferkurs für Kinder (16:00–17:30 Uhr)
Küche für Alle (ab 19:00 Uhr)
Offener Dienstag (ab 20:00 Uhr)
Do. 20. 3. Plenum (ab 20:00 Uhr)
Di. 25. 3. Küche für Alle (ab 19:00 Uhr)
Offener Dienstag (ab 20:00 Uhr)
Do. 27. 3. Töpferkurs für Kinder (16:00–17:30 Uhr)
Plenum (ab 20:00 Uhr)
Do. 30. 3. Einweihung Bücherschrank auf dem Ossietzkyplatz (ab 14:00 Uhr, Ossietzkyplatz)

Jahresbericht Gustav-Landauer-Bibliothek Witten 2024

[Buchcover: Этика (Ethik)]

Russischsprachige Ausgabe von
Kropotkins Ethik von 1923

Im Jahr 2024 haben wir, die Gustav-Landauer-Bibliothek Witten, 45 Medien neu beschafft. Die Daten zu unseren Büchern in den diversen offenen Datenbanken haben sich während des Jahres wieder stark verbessert. So sind zu den meisten unserer Bücher inzwischen in der Open Library die Inhaltsverzeichnisse eingetragen und die Bücher stehen jetzt zusätzlich zur Open Library und inventaire.io auch in BookBrainz, einem Schwesterprojekt der deutlich bekannteren Musikdatenbank MusicBrainz.

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Europawahl 2024: Keine Rassisten in das Europäische Parlament! Keine Stimme der AfD!

Demonstration, Samstag, 8. Juni 2024, 12:00 Uhr, Witten Hauptbahnhof; im Hintergrund ist eine Demonstration zu sehen, die ein Banner anführt mit dem Schriftzug „Unsere Alternative – Solidarität – Witten gegen Rechts“

Die Wahlen zum Europäischen Parlament haben schon seit langem die geringste Wahlbeteiligung. 2019 lag sie in Deutschland knapp über 50 %. Das hat in der Vergangenheit immer wieder dazu geführt, dass rechtsradikale Parteien hier überdurchschnittlich gut abschnitten. So etwa Die Republikaner, die 1989 mit 7,1 % ins Europäische Parlament einzogen. Dieses Ergebnis, das damals viele schockierte, ist aber ein Witz gegen das, welches uns jetzt droht: Alle Wahlumfragen sehen die AfD bei 15 bis 17 %, gegenüber 11 %, die sie schon 2019 erreichten.

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Laut gegen Rechts: Protest gegen die AfD!

[Laut gegen rechts! 24. Januar 2024, 17:30 Uhr: Demonstration vor dem Saalbau Witten mit Live-Musik – Ennepe-Ruhr stellt sich quer – Im Hintergrund ist eine Demonstration zu sehen.]

Für Mittwoch, den 24. Januar 2024, ruft Ennepe-Ruhr stellt sich quer ab 17:30 Uhr zum Protest gegen einen sogenannten »Bürgerdialog« der AfD vor dem Saalbau Witten (Bergerstraße 25) auf!

Am 17. Januar werden ab 18:00 Uhr bei uns Transparente gemalt. Bringt gerne Farben, Pinsel, Eddings, Pappe, Stoffe und Laptops mit. Flyer, Plakate und Aufkleber für die Kundgebung können am 17. Januar ebenfalls bei uns abgeholt werden.

Jahresbericht 2023 der Gustav-Landauer-Bibliothek Witten

[Logo: Gustav-Landauer-Bibliothek Witten: gezeichneter Kopf von Gustav Landauer, aus dessen Bart viele Bücher fallen; auf dem Bart steht „Gustav Landauer Bibliothek“]

Im Jahr 2023 hat die Gustav-Landauer-Bibliothek Witten 62 neue Medien beschafft. Ein Teil davon ist auch als Volltext verfügbar. Im Februar hatten wir Jonathan Eibisch zu Gast, der sich intensiv um eine Erneuerung anarchistischer Theorie (in Abgrenzung zum Plattformismus) bemüht hat. (Jonathans Doktorarbeit erscheint übrigens im April 2024 als Buch.) Außerdem gab es mehrere vom Trotz Allem organisierte Buchvorstellungen bei uns: Das Prinzip Amazon, Brennpunkt Westafrika, Punk as F*ck, Männlichkeit verraten und Das Ende des Romantikdiktats

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Reisebericht aus Halle – Arepa, Arepa, Antifascista!

Eine Gruppe Personen mit unkenntlich gemachten Gesichtern hinter einem Transparent mit Aufschrift „Nazis ins Weltall schießen”. Hinter ihnen ein Haus mit vielen Graffiti (Reilstraße 78 in Halle (Saale)).

Über das Wochenende war eine kleine Gruppe aus dem Trotz Allem beim Reil-Sommerfest in Halle. Die Reil78 ist ein ehemaliges besetztes Haus, das seit 2001 ein Ort ist, in dem alternative Lebensentwürfe ausprobiert werden können. Neben großen Partyräumen, einer Bar und Chill-Area gibt es ein Kino, einen Daddel-Raum mit alten Konsolen und einen riesigen Außenbereich, der so liebevoll ausgebaut ist, dass bei uns Assoziationen zur Fusion geweckt wurden. Ein Mal im Jahr wird das Reil-Fest gefeiert, dass mehr als 1000 Menschen anzieht und dieses Jahr unter dem Motto Weltraum stattfand. Dazu gabt es zwei Bühnen mit mehreren Bands, einer Zwillenbude, Kinderprogramm und vielen guten DJs.

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Vom Dorneywald nach Auschwitz

Zwei Personen im Wald halten ein weißes Transparent mit Aufschrift „Gedenken an die Deportation der Sinti und Roma“.
Eine Meschengruppe steht mit Regenschirmen am Rande eines Parkplatzes im Wald. Davor ist ein weißes Transparent mit Aufschrift „Gedenken an die Deportation der Sinti und Roma“ zu sehen.

Am 9. März 1943 wurden die Wittener Sinti aus dem Lager im Dorneywald, wo sie seit 1940 wohnen mussten, von der Polizei abgeholt und mit dem Zug von Bochum aus nach Auschwitz deportiert. Genau 80 Jahre später gedenken wir am Standort des ehemaligen Lagers auf dem Parkplatz des Fußballvereins Oespel-Kley 08 an diese Geschehnisse. Der Wittener Historiker Ralph Klein schilderte in seinem ausführlichen Bericht die menschenverachtende Lebenssituation im Lager sowie das Todesschicksal, welches fast allen Insass:innen bevorstand.

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