Fr. 16. Jan.: Vortrag mit einem Mitglied des Übersetzungskollektivs des CrimethInc.-Buchs Work

[Buchcover: Work]
[Icon: mit Essen]

Warum müssen wir, trotz all des technischem Fortschritts, mehr arbeiten als je zuvor? Wie kommt es, dass je härter wir arbeiten, wir letztendlich im Vergleich zu unseren Bossen umso ärmer werden? Warum konzentrieren sich die Leute einzig darauf, ihre Jobs zu retten, wenn die Wirtschaft zusammenbricht – obwohl eigentlich von vornherein keine_r die Arbeit mag? Kann der Kapitalismus ein weiteres Jahrhundert der Krisen überstehen?

Die Veranstaltung zu „CrimethInc.: Work“ ist orientiert am Aufbau des Buches. Neben grundsätzlichen Überlegungen zu Arbeit (Lehrt Arbeit Verantwortung? Schafft Arbeit Sicherheit?) werden anhand konkreter Beispiele (von Justizwesen über Gentrifizierung und Grenzsystem bis zu Umweltfragen) die Mechanismen erläutert, die den aktuellen Kapitalismus am Laufen halten. Abschließend widmet sich die Veranstaltung strategischen Fragen des Widerstands: Wie wehren wir uns gegen die Vereinnahmung unserer Ideen durch „das System“? Was ist dabei unser persönlicher Weg, nicht selbst auch Rädchen im System zu werden? Von wo aus kämpfen wir? Wann ist Realpolitik kontraproduktiv?

Fr. 16. Jan. 2015, 19:30 Uhr, mit Essen

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Gustav-Landauer-Bibliotheks-Neueröffnungs- und Trotz-Allem-Geburtstagswochenende

Logo Gustav-Landauer-Bibliothek

Nahezu unbemerkt von der Weltöffentlichkeit vollzieht sich in diesem Jahr in Witten ein Ereignis von historischer Bedeutung – das Trotz Allem wird 15 Jahre alt. Wer hätte das gedacht? Einige verarbeiten noch immer ihren Kater von der Eröffnungsparty und jetzt soll das schon 15 Jahre her sein?

Wir nehmen dieses Ereignis zum Anlass Euch zu einem gesellschaftlichen Mega-Event einzuladen: dem Gustav-Landauer-Bibliotheks-Neueröffnungs- und Trotz-Allem-Geburtstagswochenende. Kein Spaß! An gleich zwei Tagen, dem 6. und 7. Dezember 2014, bieten wir Euch die Gelegenheit, das Trotz mal wieder zu besuchen und unsere neu gestaltete Gustav-Landauer-Bibliothek in Augenschein zu nehmen. Am Samstag und Sonntag werden uns Gustav-Landauer-Spezialist*innen in den neuesten Forschungsstand zu unserem Bibliotheks-Namensgeber einführen.

Am Samstag möchten wir außerdem auch mit Euch feiern! Im Anschluss an den Vortrag wird es daher einen geselligen Sektempfang geben, der auch mit anderen Getränken fortgesetzt werden kann.

Kommt daher zahlreich und bringt Eure Freund*innen mit!

Dem unten stehenden Programm könnt Ihr die genauen Termine und Vortragsinhalte entnehmen.

Programm 6. bis 7. Dezember 2014

Samstag 14:00 Uhr Wie alles begann – Jede Bibliothek hat ihre Geschichte
(Kaffee und Kuchen werden serviert.)
15:00 Uhr Workshop
19:30 Uhr Tilman Leder: Die Politik eines Antipolitikers
anschließend Trotz-Allem-Jubiläumsempfang
Sonntag 14:00 Uhr Vorstellung der Gustav-Landauer-Bibliothek und ein kurzer Abriss ihrer Geschichte
(Kaffee und Kuchen werden serviert.)
15:00 Uhr Corinna Kaiser: Gustav Landauer als Schriftsteller – Sprache, Schweigen, Musik
17:00 Uhr Frank Pfeiffer: „Mir leben die Toten…“ – Gustav Landauers Programm des libertären Sozialismus

Workshop

An diese Stelle laden wir euch ein, um mit uns an einem neuen Konzept zu feilen. Welche Ideen habt ihr für eine alternative Bibliothek? Was fehlt? Wie könnte man die Bibliothek noch besser machen?

Sa. 6. Dez. 2014, 15:00 Uhr

Tilman Leder: Die Politik eines Antipolitikers

Vor allem über die „Freie Volksbühne“ kommt Gustav-Landauer in Kontakt mit der sozialdemokratischen Opposition der „Jungen“, deren Vertreter sich nach dem Ausschluss, bzw. freiwilligen Austritt, aus der SPD Ende 1891 als „Verein unabhängiger Sozialisten“ organisieren und eine eigene Zeitung gründen: „Der Sozialist“.

Auch er tritt in den nächsten Monaten dem Verein bei und schreibt sporadisch für das Blatt. Anfang 1893 wird er schließlich Redakteur des „Sozialist“ und ist maßgeblich daran beteiligt, dass sich die Zeitung zunehmend in anarchistischem Fahrwasser bewegt, wenn auch unter schweren Konflikten mit dem Teil der „Unabhängigen“, der noch sozialdemokratisch orientiert ist und sich schließlich abspaltet.

Sa. 6. Dez. 2014, 19:30 Uhr, anschließend Trotz-Allem-Jubiläumsempfang

Corinna Kaiser: Gustav Landauer als Schriftsteller – Sprache, Schweigen, Musik

Gustav Landauer (1870–1919) ist bekannt als Anarchist, Sozialist, Sozialrevolutionär, Utopist oder gar „Edelanarchist“, als Literaturkritiker und Übersetzer, als Dramaturg und „Theaterphilosoph“, als Beauftragter für „Volksaufklärung, Unterricht, Wissenschaft, Künste und noch so einiges“ der Münchner Räterepublik. In diesem Vortrag wird jedoch eine andere, vernachlässigte Seite Landauers beleuchtet, sein literarisches Schaffen. Anhand von unveröffentlichtem Material aus dem Nachlass wie auch den veröffentlichten Texten wird die Entwicklung der Sprachkritik Landauers nachvollzogen. Zuerst formulierte er seine philosophischen und politischen Ideen kreativ, also in Novellen, Dramen, einem Roman und einem Melodrama. Dabei spielt die Verbindung zu Musik und zum noch jungen Film eine wichtige Rolle. Der Vortrag stellt Landauers Sprachdenken in den Kontext jüdischen Sprachzweifelns und zeigt an seinem Beispiel auf, wie jüdische Autoren sich ein Eingangsportal zu deutscher Kultur schaffen konnten.

So. 7. Dez. 2014, 15:00 Uhr

Frank Pfeiffer: „Mir leben die Toten…“ – Gustav Landauers Programm des libertären Sozialismus

Im Rahmen seines Vortrages stellt Frank Pfeiffer kurz die Leitgedanken der von Landauer entwickelten Lehre eines freiheitlich-sozialistischen Menschheitsbundes vor. Sodann beleuchtet er zwei Versuche des faszinierenden libertären Theoretikers, den von ihm selbst als „antipolitisch“ begriffenen Revolutionsansatz in die Tat umzusetzen, und zwar das Wirken des 1908 gegründeten, ein „Austreten aus dem Kapitalismus“ fordernden Sozialistischen Bundes sowie sein Engagement innerhalb der Münchener Rätebewegung ab November 1918. Abschließend soll die Frage diskutiert werden, inwieweit sich die revolutionären Positionen und Praxiserfahrungen Gustav Landauers für gegenwärtige und zukünftige Emanzipationskämpfe nutzbar machen lassen.

So. 7. Dez. 2014, 17:00 Uhr

Das Buch in der Gustav-Landauer-Bibliothek
  • Frank Pfeiffer:
  • „Mir leben die Toten…“
  • Gustav Landauers Programm des libertären Sozialismus
  • Hamburg: Verlag Dr. Kovač, 2005
  • ISBN: 3830018983
  • Signatur: b-land-1-2
  • Schlagworte: Anarchismus, Biografie, Gustav-Landauer-Sammlung
  • Reihe: Schriften zur Kulturwissenschaft (59)
  • 310 Seiten

Sa. 29. Nov.: Pyjama- und Trashfilmabend

Boom mike

Kramt eure Schlafanzüge raus! Am 29. November wollen wir eine Pyjamaparty steigen lassen und zeigen zu Diskussionszwecken außerdem Ausschnitte aus diversen Trash-Filmen. Der Spaß beginnt ab 20:00 Uhr und wer mag, ist natürlich herzlichst dazu eingeladen, im Pyjama zu erscheinen. Wer keinen solchen präsentieren will, darf aber auch anders gekleidet auftreten.

Was die Verpflegung betrifft, so wird themenspezifisch für Knabberzeug gesorgt.

Wir freuen uns auf einen geselligen und friedvollen Abend.

Sa. 29. Nov. 2014, 20:00 Uhr

Fr. 28. Nov.: Schwarzer Tresen: Buchvorstellung: Bernd Drücke: Anarchismus hoch 2

Bernd Drücke LiMesse 2014

Bernd Drücke auf der LiMesse 2014

[Icon: mit Essen]

Soziale Bewegung, Utopie, Realität, Zukunft

Ein Teil der in diesem Sammelband abgedruckten Interviews wurde – zwischen Oktober 2007 und November 2013 – in der Graswurzelrevolution veröffentlicht. Sie wurden für dieses Buch aktualisiert und um weitere Fragen und Antworten erweitert. Die Interviewten stehen libertär-sozialistischen Ideen nahe. Trotzdem richtet sich dieses Buch nicht nur an Anarchistinnen und Anarchisten. Ich hoffe, dass die Gespräche spannend für alle Menschen sind, die neugierig auf emanzipatorische, vom Mainstream abweichende Ideen sind. Denn die Fragen, um die es hier geht, betreffen alle. Wie kann die Menschheit die Herrschaft abschütteln? Wie können wir jegliche Form von Ausbeutung des Menschen durch den Menschen überwinden und die Zerstörung der ökologischen Lebensgrundlagen stoppen? Wie kann eine nicht-kapitalistische Gesellschaft organisiert werden, die auf Gegenseitige Hilfe, Freie Assoziation, Selbstverwaltung und ein menschengerechtes und naturnahes Leben ohne Chef und Staat aus ist?

Fr. 28. Nov. 2014, 19:00 Uhr, mit Essen

Das Buch und der Vorgänger in der Gustav-Landauer-Bibliothek Witten

LiMesse 2014

[Foto: Stand der Gustav-Landauer-Bibliothek auf der LiMesse 2014

Stand der Gustav-Landauer-Bibliothek auf der LiMesse 2014; im Vordergrund unsere Beutel und Punk Patches, im Hintergrund unsere Chronologie

Unsere Vereinsbibliothek Gustav-Landauer-Bibliothek war vom 29. bis 31. August 2014 mit einem Stand auf der dritten Libertären Medienmesse (LiMesse) in der Zeche Carl in Essen vertreten. Am Stand waren auch Informationen über das Trotz Allem und die Anarchistische Gruppe Witten zu finden.

Das Anarchistische Radio Berlin führte ein Interview mit uns. (ab 21m 50s)

Erscheinungen von 2013 in der Gustav-Landauer-Bibliothek

In der Gustav-Landauer-Bibliothek sind auch viele 2013 erschienene Bücher vorhanden.

  • Irmtraud Beth-Wischnath (Hg.):
  • Gustav Landauers Briefe an Clara Tannhauser 1892
  • Eggingen: Edition Isele, 2013
  • ISBN: 978-3-86142-569-4
  • Signatur: b-land-2-22
  • Schlagworte: Anarchismus, Gustav-Landauer-Sammlung
  • Reihe: Documenta suevica
  • 275 Seiten

So. 8. Dez.: Jahresabschlussveranstaltung mit Lesung: Christian Geissler: Wird Zeit, dass wir leben

Christian Geissler (Portrait auf einem Porzellanbild)

„Wird Zeit, dass wir leben“ – Lesung mit Michael Banos und Thomas Nückel aus dem gleichnamigen, neuaufgelegten Buch Christian Geisslers

Christian Geissler wurde am 25. Dezember 1928 in Hamburg geboren. Nach einem nie abgeschlossenen Studium der Theologie, Philosophie und Psychologie in Hamburg, Tübingen und München arbeitete er ab 1956 als freier Schriftsteller. Geissler arbeitete u. a. beim NDR, war Mitherausgeber der linken Literaturzeitschrift Kürbiskern, Dokumentarfilmer und Dozent an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin.

Neben seinem Debüt „Anfrage“ (1960) ist „Kamalatta“ (1988) sein bekanntester Roman. Er lebte zumeist in Hamburg und Ostfriesland und starb am 26. August 2008. Außer seinen Romanen veröffentlichte Geissler zahlreiche Hörspiele, Dokumentarfilme und Lyrik-Bände.

In „Wird Zeit, dass wir leben“ erzählt Christian Geissler mit „balladenhaft-lyrischer Präzision“ (Heinrich Böll) vom Widerstand der Kommunisten gegen die Nazis in Hamburg. Als ob er mitten im Geschehen steckt, begleitet er seine Figuren durch die Kämpfe vor und nach 1933. Er erzählt von Gewalt von oben und Gegenwehr von unten, vom Spannungsverhältnis zwischen Kollektiv und Individuum, zwischen Disziplin und Eigensinn – und zieht den Leser in die immer noch aktuellen Debatten mit hinein.

Schlosser ist Funktionär der KPD. Bis zu seiner Verhaftung bremst er den Eifer der Genossen im Kampf gegen die Nazis, verweigert die Waffen und pocht auf Disziplin. Die Genossen von der Basis aber wollen kämpfen. Kämpfen bedeutet für sie Lust und Leben. Vor allem für Karo, aber auch für Leo, der noch 1930 zur Polizei geht, aber später begreift, dass er auf der falschen Seite steht.

Geisslers Roman basiert auf einer wahren Geschichte: Das Vorbild für Leo war der Hamburger Polizist Bruno Meyer, der Anfang 1935 die Widerstandskämpfer Fiete Schulze und Etkar André aus dem Gefängnis befreien wollte. Detlef Grumbach recherchierte umfassend und erzählt in seinem Nachwort erstmals vom Schicksal Bruno Meyers.

Die Veranstaltung ist gleichzeitig die Jahresabschlussveranstaltung des Trotz Allem. Alle, die noch etwas Lukullisches dazu beisteuern wollen, mögen dies einfließen bzw. einbröseln lassen.

So. 8. Dez. 2013, 14:00 Uhr (Lesung ab 15:00 Uhr)

Bücher von Christin Geissler in der Gustav-Landauer-Bibliothek

Fr. 15. Nov.: Freiheit ist heute schon da – Ein Genderblick zurück

RadicalRelationsHeart
[Icon: Volxküche]

Die Diskussion um die männliche Dominanz in politischen Gruppen bleibt auch den anarchistischen Kreisen nicht erspart, da sie ebenso davon betroffen sind. Mit der Veranstaltung „Freiheit ist heute schon da“ wird ein Blick gewagt auf das Liebesverhältnis eines Anarchisten zu einer jungen Frau vor hundertzwanzig Jahren. Vielleicht bietet dieser historische Blick auf damalige Verhaltensweisen und Denkstrukturen die Möglichkeit, eine Kritik an männlichem und weiblichem Verhalten zu entwickeln, die auch den anarchistischen Diskurs weiterbringt.

„Freiheit ist heute schon da“

Gustav Landauers Briefe an Clara Tannhauser aus dem Jahr 1892

Die vorliegenden Briefe und Tagebuchaufzeichnungen Landauers stammen aus einer Phase, die Landauers amerikanischer Biograph Eugene LunnThe education of an anarchist“, die Ausbildung zum Anarchisten, genannt hat. Landauer, gerade mal 22 Jahre alt, stand damals im Übergang vom Studenten zum Schriftsteller und „Antipolitiker“ (wie er sich seit 1897 nannte), im Übergang auch von dem bürgerlichen Idyll seiner süddeutschen Heimat zu der von Industriebetrieben und Klassengegensätzen geprägten Reichshauptstadt Berlin, wo er die nächsten 25 Jahre seines Lebens zubringen wird. In dieser Phase verliebt er sich in die 20-jährige Clara Tannhauser aus Buttenhausen, der Heimat seines Vaters, lässt sich daraufhin im benachbarten Urach nieder, um seinen Roman „Der Todesprediger“ zu vollenden, und verlobt sich „im Stillen“ mit ihr. Clara war die Tochter eines jüdischen Viehhändlers, ihre Eltern waren konservative und gläubige Juden und durften natürlich nichts von dieser Verbindung wissen. Landauer war damals inspiriert von den Schriften Nietzsches und Stirners, aber auch von der „freien Liebe“, die von Sozialdemokrat*innen und Anarchist*innen gleichermaßen propagiert wurde. Ausgehend von einzelnen Briefabschnitten wäre zu fragen: Was verstand man damals unter „freier Liebe“? Welchen Spielraum hatte Landauer, um eine „freie Liebe“ jenseits staatlicher und sozialer Zwänge zu leben, und wie nutzte er diesen? Welche Rollenerwartungen richtete Landauer an sich und seine Geliebte? Und schließlich: Was für eine Funktion nimmt später in Landauers Anarchismus die Ehe ein, die er gegen seinen Freund Erich Mühsam verteidigt?

Eine Veranstaltung im Rahmen der Kampagne Zeit für Plan A der AFRR in Kooperation mit Transistor.

Es wird eine Vokü (kostengünstiges veganes Essen) angeboten.

Das Buch in der Gustav-Landauer-Bibliothek:

  • Christoph Knüppel (Hg.):
  • „Sei tapfer und wachse dich aus.“
  • Gustav Landauer im Dialog mit Erich Mühsam: Briefe und Aufsätze
  • Lübeck: Erich-Mühsam-Gesellschaft, 2004
  • ISBN: 3931079325
  • Signatur: b-land-2-2-4
  • Schlagworte: Anarchismus, Biografie, Brief, Gustav-Landauer-Sammlung
  • Reihe: Schriften der Erich-Mühsam-Gesellschaft (24)
  • 232 Seiten

Fr. 15. Nov. 2013, Einlass: 19:00 Uhr, Beginn: 20:00 Uhr