Empfehlung: Veranstaltungsreihe „Antikapitalistisches Aktionsbündnis Witten“ 2026

Mittelstand-Maske, Milliardärsagenda – Hinter der Stiftung Familienunternehmen

Mit Eileen (Neue Generation), Jonas Seufert (Frag den Staat) und Bastian Neuwirth (Greenpeace)

Ort: Kulturzentrum B63, Bahnhofstraße 63, 58452 Witten
Datum: Freitag, 13.02.2026
Uhrzeit: offen ab 18:30, Beginn: 19 Uhr

Die „Stiftung Familienunternehmen“ gibt sich gern als Stimme des „Mittelstands“ – tatsächlich steht sie für die Interessen der Überreichen und ihrer Milliardenvermögen. Während die meisten jede Preis- und Steuererhöhung spüren, werden große Unternehmensvermögen politisch so geschützt, dass sie über Generationen fast unberührt weitergereicht werden können.

Wenn riesige Vermögen immer stärker bestimmen, was politisch „machbar“ ist, wird Demokratie zur Nebensache. Wenn finanzielle Stärke den Ton angibt, wird Einfluss zur Ware – und die Reichsten kaufen sich faktisch die Spielregeln.

Auf dem Podium berichten Eileen (Neue Generation), Jonas Seufert (FragDenStaat) und Bastian Neuwirth (Greenpeace) von ihren Recherchen zur Stiftung Familienunternehmen: Welche Verbindungen und Strategien dahinterstehen, welche Erzählungen in die Öffentlichkeit getragen werden – und wie damit Druck gegen gerechte Besteuerung, soziale Absicherung und konsequenten Klimaschutz aufgebaut wird.

Wir laden euch herzlich ein, an der Veranstaltung teilzunehmen. Gemeinsam wollen wir uns gegen die demokratiegefährdende Konzentration von Kapital und Macht in den Händen Weniger stellen!

Mieten, Wohnen, Widerstand – Bezahlbarer Wohnraum für alle

Ort: Kulturzentrum B63, Bahnhofstraße 63, 58452 Witten
Datum: Freitag, 27.02.2026
Uhrzeit: offen ab 18:30, Beginn: 19 Uhr

Die Mieten steigen, der Druck wächst – und Großkonzerne wie Vonovia oder LEG machen Rekordrenditen mit unserem Grundbedürfnis nach Wohnen. Während viele von uns kaum noch wissen, wie die nächste Erhöhung geschluckt werden soll, perfektionieren Immobilienunternehmen ihre Methoden der Mietenabschöpfung: systematisch, rechtlich oft zweifelhaft – und mit voller Wucht gegen Mieter*innen.

Am 27.02. sprechen wir darüber, wie diese bislang höchste Stufe der Mieterhöhungsmaschine funktioniert – wie es dazu gekommen ist, und was das für unsere politischen Antworten bedeutet. Referent ist Knut Unger vom MieterInnenverein Witten und der Plattform kritischer Immobilienaktionär*innen. Am Modell der Vonovia SE, dem größten europäischen Wohnungsunternehmen, erklärt er die Finanzindustrialisierung des Wohnungswesens. An konkreten Beispielen aus Witten erzählt er, was das für die Mietenden bedeutet und wie wir uns dagegen organisieren können.

Gemeinsam wollen wir diskutieren:

Wie funktionieren die neuen Strategien der Mietenabschöpfung konkret?
Welche Rolle spielen Großkonzerne wie VONOVIA und LEG vor Ort?
Was heißt das für eine Kapitalismusanalyse, die Wohnen nicht als Randthema behandelt?
Und vor allem: Wie organisieren wir Widerstand – für bezahlbaren Wohnraum für alle?

Kommt vorbei, bringt Nachbar*innen mit
Für das Recht auf Wohnung und eine Stadt, die allen gehört!

Care, Kapitalismus und Krise – Feministische Ökonomiekritik

Ort: Kulturzentrum B63, Bahnhofsstraße 63, 58452 Witten
Datum: Freitag, 13.03.2026
Uhrzeit: Einlass ab 18.30, Beginn: 19Uhr

Care-Arbeit hält diese Gesellschaft am Laufen – und wird systematisch unsichtbar gemacht, entwertet und ausgebeutet.

Unbezahlte Sorgearbeit, prekäre Pflege, emotionale Arbeit, Reproduktionsarbeit: All das ist zentral für das Funktionieren des Kapitalismus – und gleichzeitig aus seiner Logik der Verwertung ausgeschlossen.

Unsere Veranstaltung mit der Care Revolution aus Dortmund analysiert aus feministischer Perspektive den Zusammenhang zwischen unbezahlter und prekär bezahlter Care-Arbeit, sozialer Ungleichheit und der kapitalistischen Verwertungslogik

Basierend auf dem Werk von Gabriele Winker wird deutlich, wie kapitalistische Ökonomie auf der strukturellen Ausbeutung von Care-Arbeit basiert, warum insbesondere Frauen*, Migrant*innen und marginalisierte Gruppen diese Last tragen – und warum Care kein „privates Problem“, sondern eine politische und gesellschaftliche Frage ist.

Im Fokus steht der Transformationsprozess der Care-Revolution:
Wie kann Care aus der Logik von Profit und Verwertung befreit werden?
Wie können Sorgearbeit und soziale Reproduktion solidarisch, kollektiv und gerecht organisiert werden?
Welche Perspektiven jenseits von Markt, Ausbeutung und neoliberaler Individualisierung sind möglich?
Care-Arbeit ist politisch. Care-Arbeit ist Klassenfrage. Care-Arbeit ist Systemfrage.
Eine Veranstaltung für alle, die feministische Kritik, antikapitalistische Praxis und soziale Gerechtigkeit zusammendenken wollen.

Kaffee, Kuchen und Krawall

Wo? Trotz Allem
Wann? 16 Uhr am Dienstag, den 17.03

Demo-Vorbereitung & Mobilisation für den 20.03

Kommt vorbei auf Kaffee, Kuchen und um gemeinsam Plakate zu gestalten! Gemeinsam planen wir unsere Demo und machen unsere Kritik sichtbar. Ein gemütlicher, kreativer Nachmittag für alle, die Lust haben, mit uns auf die Straße zu gehen!

Reiche zur Kasse – Wohlstand für alle!

Am 20.03.2026 findet der 28. Kongress der Familienunternehmer an der privaten Universität Witten/Herdecke mit einem Galadiner seinen festlichen Höhenpunkt. Unter dem Motto „Mosaik – vertraute Muster neu gestalten“ trifft sich auch in diesem Jahr, alles was Geld geerbt hat, um in exklusiver Gesellschaft und angenehmer Athmosphäre Kontakte zu pflegen und Pläne zu schmieden. Dabei ist das Motto durchaus wörtlich zu nehmen: die „vertrauten Muster“ sind das beste, was die Schnittmenge von Kapitalismus und Patriarchat zu bieten hat. Die Beute, die der Geldadel über mehrere Generationen zusammengeraubt hat, will nicht geteilt werden und so wird gerade in diesem Jahr der Fokus darauf liegen, die nächste Lobbyschlacht zu schlagen: die Abwehr der Erbschaftssteuer – das nämlich meint wohl „neu gestalten“. Denn wer glaubt, dass das leistungslose Einkommen und Vermögen dieser stinkreichen Clans ebenso besteuert wird, wie das von jedem anderen, der irrt gewaltig. Unter dem fadenscheinigen Argument, das würde Arbeitsplätze gefährden, hat es die Politik bisher vermieden, Unternehmererben genau so zu behandeln, wie alle anderen auch.
Wir möchten dieser werten Gesellschaft gerne in die Suppe spucken! Das Geld, das sie an diesem Abend verfressen und versaufen und mit dem sie sich die Exklusivität ihres Events erkaufen, haben WIR erarbeitet. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Rich Kids nicht unter sich bleiben. Lasst uns dem Stelldichein der höheren Gesellschaft die Größe unserer Vision entgegenstellen: Eine solidarische Gesellschaft für alle! Ohne Klassen, ohne Schranken, ohne Grenzen!

Filmvorführung: „Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes“

Ort: Kulturzentrum B63, Bahnhofstraße 63, 58452 Witten
Datum: Samstag, 21.03.2026
Uhrzeit: offen ab 18:30, Beginn: 19 Uhr

Am Internationalen Tag gegen Rassismus, dem 21.03.26 zeigen wir zum Abschluss unserer Veranstaltungsreihe den Dokumentarfilm „Kein Land für Niemand – Abschottung eines Einwanderungslandes“. Der Film setzt bei einem historischen Einschnitt an: einer migrationspolitischen Zäsur, in der Abschottung und Abschreckung den Schutz von Geflüchteten zunehmend verdrängen – und rechte Kräfte dabei weiter normalisiert werden. Er führt an die europäischen Außengrenzen, begleitet Seenotrettung und macht sichtbar, was die „Festung Europa“ in der Realität bedeutet: Entrechtung, Gewalt und ein Sterben, das politisch in Kauf genommen wird. Gleichzeitig zeigt die Doku, wie zugespitzte Debatten und nach rechts rudernden Parteien eine Erzählung schaffen, die Migrant*innen zu Sündenböcken macht.

Der Film stellt dabei die Frage, welche gesellschaftlichen Krisen und Interessen hinter dieser Härte stehen – und wie der Rechtsruck mit einer Ordnung zusammenhängt, in der Konkurrenz und Profitlogik soziale Unsicherheit verschärfen. Wenn soziale Angst auf Konkurrenzlogik trifft und Politik Probleme nicht löst, sondern nach unten tritt, wird Rassismus zum Werkzeug: spalten, ablenken, durchregieren – damit die Verhältnisse oben stabil bleiben.

Im Anschluss wird es eine Frage- und Diskussionsrunde mit Anna di Bari von Sea-Eye geben. Gemeinsam wollen wir darüber sprechen, wie diese Radikalisierung der Migrations- und Asyldebatte einzuordnen ist – und wie wir sie aus kapitalismuskritischer Perspektive verstehen und ihr praktisch etwas entgegensetzen können.

Die Spendenempfehlung für den Eintritt liegt bei 5 Euro. Mit den Spenden wird die Filmlizenz finanziert. Alles, was darüber hinaus gespendet wird geht an Sea-Eye.