Tipp: Sa., 6. Juni: Antifaschistischer Widerstand in Dortmund

Antifaschistischer Widerstand in Dortmund – Gestern, Heute, Morgen!

Das Erstarken neoautoritärer, rechtsextremer und rassistischer Kräfte ist eine alarmierende Entwicklung unserer Gegenwart! Mit der AfD ist eine offen rechtsextreme Partei derzeit stärkste Kraft im Bundestrend, in Sachsen-Anhalt steht sie kurz vor der Machtübernahme und auch für die 2027 anstehende Landtagswahl in NRW sehen die Umfragen große Zugewinne für diese Partei. Neonazi-Schlägertrupps im Stile der 1990er Jahre kommen wieder in Mode und machen Jagd auf migrantische und queere Menschen und politische Gegner.

Wir rufen daher dazu auf, gemeinsam auf lokaler Ebene dem erstarkenden Rechtextremismus und seinen Organisationen entschieden entgegenzutreten. Gemeinsam möchten wir an die antifaschistische Tradition der Dortmunder Arbeiter:innenbewegung und damit an Menschen aus unseren Stadtbezirken im Dortmunder Süden wie Hans Grüning, Ella und Fritz Henßler oder Wilhelm Knöchel erinnern, um nur einige zu nennen.

Konkreter Anlass ist, dass sich 2026 zum 90. Mal die »Aushebung« der Hombrucher Widerstandszelle um Fritz Henßler durch die GeStaPo (25. April 1936) jährt. Am 7. Juni 1937 wurde Henßler in das KZ-Sachsenhausen verbracht, wo er bis zum Ende des 2. Weltkriegs inhaftiert blieb. Erinnern möchten wir stellvertretend für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Hombruch und dem Dortmunder Süden aber auch an die Hinrichtung des kommunistischen Widerstandkämpfers Hans Grüning (24.06.1944).

Das Haus in der Deutsch-Luxemburger Straße 31 in Hombruch, in dem die Widerstandszelle von Fritz Henßler gearbeitet hat, befindet sich heute in einem beklagenswerten Zustand – ein wichtiger Erinnerungsort an den Widerstand gegen den Nationalsozialismus im Dortmunder Süden, ein Denkmal der antifaschistischen Tradition unserer Stadt verfällt so vor aller Augen.

Angesichts der grassierenden Geschichtsvergessenheit wollen wir gemeinsam ein sichtbares Zeichen setzen für den Kampf gegen rechts und für die Errichtung antifaschistischer Räume im Dortmunder Süden. Wir möchten damit auch unserer Forderung Ausdruck geben, dass der Dortmunder Süden ein soziokulturelles Zentrum benötigt, das sich klar linksdemokratisch positioniert, das dem Kampf gegen den Faschismus einen Raum gibt, in dem wir miteinander ins Gespräch kommen, uns organisieren und vernetzen können, in dem wir aber nichts zuletzt auch eine inklusive, vielfaltige, antifaschistische Kultur leben können.

¡No pasarán! – Auf die Barrikaden!

Samstag, 6. Juni 2026
11:00 Uhr
Dortmund-Hombruch, Marktplatz

Fr. 1. November: Antifa-Café

Infoabend zum Prozess: 1. November 2024, 20:00 Uhr, vorher Küfa, Trotz Allem, Wideystraße 44, Witten; keine Zahl, kein Unfall, kein Einzelfall

Solidaritätskreis Justice4Mouhamed – Infoabend zum Prozess

Mouhamed Lamine Dramé wurde am 8. August 2022 von der Dortmunder Polizei erschossen. Mouhamed war in einer psychischen Krise, als Polizist:innen der Dortmunder Nordwache ihn angriffen und mit fünf Schüssen töteten. In Dortmund läuft am Landgericht seit dem 19. Dezember 2023 ein Gerichtsprozess gegen fünf von ihnen.

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Fr. 5. Mai: Antifa-Café

Antifa-Café im Trotz Allem – jeden 1. Freitag im Monat; ab 19:00 Uhr geöffnet; 20:00 Uhr Beginn: Wideystraße 44, 58452 Witten

Wohin bewegt sich die Neonazi-Szene in Dortmund? Zwischen „Nazi-Area“-Fantasien und bürgerlicher Entwarnung

Dortmund galt einst als Hochburg der neonazistischen Szene in Westdeutschland – und gilt es teilweise bis heute. Die Neonazis proklamierten den Stadtteil Dorstfeld als ihren Kiez, Aufmärsche und Angriffe waren an der Tagesordnung, und von Dortmund aus wurden überregionale Neonazistrukturen koordiniert und angeleitet. Seitdem aber einige wichtige neonazistische Kader Haftstrafen antreten mussten oder nach Ostdeutschland gezogen waren, wurde das über viele Jahre bekannte Dauerfeuer an Demonstrationen und Kundgebungen eingestellt. Städtische und polizeiliche Stellen sowie bürgerliche Akteur*innen gegen Rechts schrieben sich diese Entwicklung auf die Fahnen und gaben – wenn auch teilweise vorsichtig – Entwarnung. Aus neonazistischen Kreisen war resignierend zu hören, dass es wohl aussichtslos sei, in einer multikulturellen Stadt wie Dortmund „nationale Werte und Politik“ zu verankern. Der Zug sei abgefahren im Westen.

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