Reihe Weltwassertag

The Earth seen from Apollo 17

Im Rahmen des Weltwassertages 2012 (Thema: Nahrungssicherheit und Wasser) wird es im Trotz Allem zwei Termine mit Film(auschnitten) und Diskussionen geben, die sich mit der Privatisierung von Wasser beschäftigen.

Seit den 80er Jahren wird zunehmend die Wasserversorgung durch private Konzerne übernommen. Während 1990 erst 51 Millionen Menschen ihr Trinkwasser von Privatanbietern bezogen, waren es im Jahr 2002 schon 300 Millionen. Laut Prognose der Weltbank soll der Privatisierungsgrad im Wassersektor in den nächsten 20 Jahren immens wachsen: in den Industriestaaten auf bis zu 85%, in Lateinamerika auf 70%. Interessanterweise ist in den Industriestaaten derzeit die EU – allen voran Frankreich (Anteil von über 70%) und Großbritannien (90%) – führende Kraft bei der Privatisierung vom Wasser.

Termin 1:

Der gezeigte Film beschäftigt sich kritisch mit dem Konzept des Public Private Partnership. Anhand von Beispielen sollen die wirtschaftlichen Folgen von Privatisierungen der Wasserwirtschaft verdeutlicht werden.

Termin 2:

Ein Dokumentar-Spielfim beschäftigt sich mit den Ereignissen des „Wasserkriegs“ von Cochabamba, Bolivien.

Hintergrund:

Im Jahr 2000 wurde auf Druck der Weltbank das Wasser in der bolivianischen Region Cochabamba privatisiert und an den US-amerikanischen Konzern Bechtel übergeben, wobei es keine Verpflichtungen zur Versorgung ländlicher Gebiete gab und sogar das Sammeln von Regenwasser ohne Sondererlaubnis unter Strafe gestellt wurde, wodurch viele Familien bis zu einem Drittel ihres Einkommens für das Wasser ausgaben. Dies führte zu Protesten, bei denen acht Menschen von der Polizei getötet und 175 verletzt wurden, bis die Stadtverwaltung den Privatisierungsvertrag wiederrief und der Konzern Bechtel die Weltbank auf über 25 Millionen Dollar Schadenersatz verklagte.

Termin 1: Mo. 13. Feb. 2012, 19:30 Uhr

Termin 2: Mo. 27. Feb. 2012, 19:30 Uhr, mit Vokü

Beim zweiten Termin wird eine Vokü (kostengünstiges veganes Essen) angeboten.

Programm Februar 2012

Mi. 1. 2. Grenzfrei (ab 20:00 Uhr)
Do. 2. 2. Frühjahrstreffen (ab 20:00 Uhr), davor Putzen & Aufräumen (ab 19:00 Uhr)
Di. 7. 2. offener Dienstag (ab 19:30 Uhr)
(Kicker, Billard, Infoladen, Bibliothek)
Mi. 8. 2. Grenzfrei (ab 20:00 Uhr)
Do. 9. 2. Plenum (ab 20:00 Uhr), davor Putzen & Aufräumen (ab 19:00 Uhr)
Sa. 11. 2. Billard-Turnier (ab 18:00 Uhr)
Mo. 13. 2. Reihe Weltwassertag 1 (ab 19:30 Uhr)
Di. 14. 2. offener Dienstag (ab 19:30 Uhr)
(Kicker, Billard, Infoladen, Bibliothek)
Mi. 15. 2. Grenzfrei (ab 20:00 Uhr)
Do. 16. 2. Plenum (ab 20:00 Uhr), davor Putzen & Aufräumen (ab 19:00 Uhr)
Fr. 17. 2. Night of Short Stories (ab 20:00 Uhr)
Di. 21. 2. offener Dienstag (ab 19:30 Uhr)
(Kicker, Billard, Infoladen, Bibliothek)
Mi. 22. 2. Grenzfrei (ab 20:00 Uhr)
Do. 23. 2. Programm-Plenum (ab 20:00 Uhr), davor Putzen & Aufräumen (ab 19:00 Uhr)
Fr. 24. 2. Transistor (ab 19:00 Uhr, mit Vokü)
Sa. 25. 2. Spieleabend (ab 19:00 Uhr)
So. 26. 2. DIY: Batiken (ab 15:00 Uhr)
Mo. 27. 2. Reihe Weltwassertag 2 (ab 19:30 Uhr)
Di. 28. 2. offener Dienstag (ab 19:30 Uhr)
(Kicker, Billard, Infoladen, Bibliothek)
Mi. 29. 2. Grenzfrei (ab 20:00 Uhr)

Fr. 17. Feb.: Night of Short Stories

Stories of beowulf mother and son reading

Am Freitag, den 17. Februar 2012 veranstalten wir wieder die N.O.S.S.Night of Short Stories.

Der Abend steht unter dem Zeichen des gegenseitigen gemeinschaftlichen Vorlesens. Jeder Interessierte bekommt die Gelegenheit, maximal 15 Minuten lang einen Text seiner Wahl den anderen Besuchern und Teilnehmer vorzutragen.

Anschließend können die Texte diskutiert werden. Wir möchten damit die Menschen wieder zum gegenseitigen Geschichten erzählen anregen. Jeder Mensch kennt Geschichten, erlebt Geschichten und erzählt Geschichten. Hier bieten wir dir die Möglichkeit dich erzählerisch zu entfalten und deine Geschichten mit anderen Menschen zu teilen.

Egal ob du Vorleser oder Zuhörer sein möchtest. Egal ob realer oder fiktionaler Text. Du bist herzlich dazu eingeladen Deinen Text und deine Geschichten mit uns zu teilen. Wir freuen und auf dich und die N.O.S.S.

Fr. 17. Feb. 2012, 20:00 Uhr

Sa. 4. Feb.: Demo: Die Finanzkrise ist überall – gegen die kapitalistische Ausbeutung global!

[Plakat: Die Finanzkrise ist überall – gegen die kapitalistische Ausbeutung global!]

Demonstration & Kundgebung

Öffentliches Eigentum und selbstverwaltete Räume verteidigen – für eine solidarische Gesellschaftsordnung!

Gemeinsam gegen Enteignung / Entrechnung / Ausbeutung und Unterdrückung – make capitalism history!

Live-Musik: SBK-Basement, Prügel u.a.

Mehr Infos beim linken Aktionsforum Witten.

Sa. 4. Feb. 2012, 13:00 Uhr, Witten, vor dem Saalbau

Mo. 23. Jan.: Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister – Veranstaltung mit Peter Bierl zur Anthroposophie

Steiner um 1905

Hautcreme für den Babypopo von Weleda, biologisch-dynamische Karotten der Marke Demeter, Rudolf-Steiner-Brot im Naturkostladen und die Waldorfschule kennen viele, nicht aber die Weltanschauung, die dahinter steckt. Der Journalist Peter Bierl, Autor des Buches „Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister“ (Neuausgabe 2005), beschäftigt sich in seinem Vortrag mit der Anthroposophie und ihrem Gründer Rudolf Steiner. Der Mann, der sich als Hellseher darstellte und von seinen Anhängern als „Menschheitsführer“ und Wiedergeburt von Aristoteles verehrt wurde, war überzeugt, dass nur die „weiße Rasse“ am Geiste schafft, während Asiaten dekadent, Schwarze überhitzte Triebwesen und Juden einseitig intellektuell seien und zersetzend wirkten. Die Deutschen rechnete der Guru einer fünften Wurzelrasse der Arier zu, die noch einige Jahrtausend führend sein solle. Die Anthroposophie steht in der Tradition der völkischen deutschen Romantik sowie der okkultistischen und lebensreformerischen Bewegung um 1900. In Steiners Anthroposophie spuken Engel und Dämonen, Volks- und Rassengeister, er mixte Versatzstücke aus Buddhismus, Hinduismus und Christentum mit darwinistischen Evolutionsvorstellungen und bürgerlichem Kulturpessimismus.

Darum erklären Anthroposophen Erdbeben, Tsunami und Reaktorkatastrophe in Fukushima als eine Art karmischen Ausgleich für einen angeblich besonderen Materialismus der Japaner. Rassistische und antisemitische Ideen der Zeit finden sich in der Anthroposophie, die wiederum die Waldorfschule prägt. Vorstellungen über Reinkarnation und Karma gelten bis heute als konzeptionelle Grundlage der Waldorfpädagogik. Die Lehrer werden nach den Ideen Steiners ausgebildet, „In einem Buch, das ein enger Mitarbeiter Steiners verfasst hat und das 1998 in einer Broschüre, die die Pädagogische Forschungsstelle des Bundes der Waldorfschulen herausgegeben hatte, zur Unterrichtsvorbereitung empfohlen wurde, heißt es: „Der Keim zum Genie ist der arischen Rasse bereits in ihre atlantische Wiege gelegt worden.“

Mo. 23. Jan. 2012, 19:30 Uhr