Tag der Befreiung!!!!

Am 8. Mai 2013, wollen wir Antifaschist_innen unterschiedlicher Spektren in Witten zusammenbringen um gemeinsam den 69. Jahrestag der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands zu begehen. Treffpunkt ist der Wittener Hbf um 17 Uhr!

Der 8. Mai 1945 steht für die militärische Zerschlagung des Nationalsozialismus und markiert damit den Sieg in dem von Deutschland entfachten Weltkrieg, welcher über 60 Millionen Menschenleben kostete.
Der 8. Mai steht auch symbolisch für die Befreiung der wenigen Überlebenden der Konzentrationslager, die dem deutschen Vernichtungswahn entkommen konnten, dem neben 6 Millionen Juden auch Sinti & Roma, Behinderte, politische Gegner, Homosexuelle und andere Menschen zum Opfer fielen.
Dieser Tag soll Anlass sein all denjenigen zu danken, die mithalfen die Befreiung von der NS-Herrschaft durchzusetzen – der Roten Armee, den West-Alliierten und ihren Verbündeten, sowie den Widerstand leistenden Partisan_innen überall in Europa- und all denjenigen zu gedenken, die Opfer des faschistischen Terrors wurden.
Die erst im November des Jahres 2011 aufgeflogenen Morde an mindestens 10 Menschen durch Mitglieder des „Nationalsozialistischen Untergrund“ und die undurchsichtigen Verstrickungen staatlicher Behörden mit ihnen zeigen, dass noch lange kein Schlussstrich unter die Aufarbeitung von Deutschlands faschistischer Vergangenheit gezogen werden kann und darf!
Neben dem Aufkommen der neuen Partei „Die Rechte“, deren Führungsriege in NRW sich aus Mitgliedern der verbotenen Nazi-Kameradschaften zusammensetzt und den altbekannten Hetzer_innen aus der Pro-Bewegung und der NPD, sollte auch vor allem die aktuelle Mobilmachung von bürgerlichen Politiker_innen und Medienvertreter_innen gegen Asylsuchende -insbesondere gegen Menschen aus Osteuropa- die mit kaum kaschiertem Rassismus ethnischen Gruppen bestimmte negative Eigenschaften zuschreibt, für uns alle Anlass sein die Erinnerung an die Verbrechen der Nazis, ihrer propagandistischen Vorbereitung und ihrer militärischen Beendigung wachzuhalten und sich dem neuen Rechtsruck konsequent entgegenzustellen!
Mit den Feierlichkeiten zum 8. Mai 2013 in Witten wollen wir den „Tag der Befreiung“ stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken und unseren Befreier_innen überall auf der Welt danken. Der Tag ist für uns nicht nur Anlass zum Gedenken an die Opfer sondern auch Anlass zur Freude und daher ein Grund zum Feiern(siehe Rückseite). Die Erinnerung an den 8. Mai 1945 soll darüber hinaus dazu anregen nicht nur im bloßen Gedenken zu verharren, sondern sich aktiv im Kampf gegen Nazis und alle anderen Rassist_innen und Antisemit_innen zu engagieren. http://antifawitten.blogsport.de

Um 20 Uhr wird es ein Konzi im Treff mit Lena Störfaktor, Guts Pie Earshot und Operation Semtex geben.

ALERTA ALERTA ANTIFASCISTA

Programm April 2013

12.04. Grenzfrei lädt ein!

Mit Vorträgen und Filmausschnitten will die Gruppe Grenzfrei den Gästen des Abends einen Einblick sowohl in ihre Arbeit als auch in die problematische Lebenssituation von Geflüchteten in- und außerhalb von Europas Grenzen geben. 
Es wird eine Vokü (günstig+vegan) angeboten.

19.04. Spieleabend + Kickerturnier

Lustiger Spieleabend mit einigen ausgewählten Brett- und
Gesellschaftsspielen. Billiard und Tischtennis, sowie ein Kicker stehen natürlich auch zur Verfügung. Gerne dürft ihr eigene Spiele mitbringen.

20.04. Cocktailabend – Soli fürs Trotz

Das Trotz braucht Geld! Dafür veranstalten wir einen Soli-Abend. Der Erlös fließt in anstehende Verbesserungen am Laden. Frei nach dem Motto: Sauf‘ dir das Trotz schön!

26.04 Schwarzer Tresen

Vortrag zur gegenwärtigen Situation in Griechenland

In den vergangenen Jahren richtete sich der Blick der anarchistischen Bewegung immer wieder nach Griechenland. Die von den Massenmedien in Deutschland oft als „faule Griechen“ beleidigten Menschen kämpfen täglich gegen die Verschärfung des kapitalistischen Systems infolge der Sparmaßnahmen im Sozial- und Gesundheitswesen. Immer wieder gibt es Generalstreiks und Demonstrationen im ganzen Land. Bilder von Straßenschlachten verdeutlichen die Wut der Menschen über die bestehenden Verhältnisse.
Wie sieht der Widerstand der anarchistischen Bewegung in Griechenland aus und in welcher Situation befindet sie sich? Wie wird auf die Pogrome gegen Migrant_Innen und das Erstarken der nationalsozialistischen Partei „Goldene Morgendämmerung“ reagiert? Welche Folgen hatte der von einem Polizisten verübte Mord an dem 15jährigen Alexandros Grigoropoulos? Gibt es einen Aufbau von Alternativen zum herrschenden Kapitalismus? Wie sieht die Geschichte der anarchistischen Bewegung in Griechenland aus?
Die Anarchistische Gruppe Östliches Ruhrgebiet versucht, einen kurzen Überblick über die Ereignisse in Griechenland zu geben. Darüber hinaus wollen wir Spenden sammeln, um die anarchistische Bewegung in Griechenland gezielt zu unterstützen. Geld, welches alleine wegen der hohen Repressionskosten und aufgrund der vielen eingesperrten Genoss_Innen dringend benötigt wird.
Es wird eine Vokü (günstig+vegan) angeboten.

27.04 ‚Der amerikanische Vater‘

Die beliebte US-Serie ist ein Meilenstein der kritischen Fernsehkultur. Beim gemeinsamem Über-Leinwand-Glotzen wollen wir rausfinden, ob das stimmt. Essen und Popcorn gibt es auch. Und Cola.

28.04 Frauencafé

Wir wollen ein regelmäßiges Frauencafé im Trotz etablieren. Um Ideen zu sammeln und uns auszutauschen, laden wir euch zum Gründungstreffen ein. Hier kann sich jede von euch mit ihren Wünschen einbringen.

Sa. 16. Mär.: Werwolf-Spieleabend

Werwolf

Werwölfe

Es war Nacht, als die graußige Tat in dem kleinem Dorf geschah. Ein brutaler Mord! Doch welcher Dorfbewohner ist zu so einer schrecklich Tat nur fähig? Niemand will es gewesen sein. Nur das Mädchen hat den Täter gesehen und erzählt von schrecklichen Ungeheuern, die wie Wölfe heulen. Wird man ihr glauben? Wird sich der Hauptmann als vertrauenswürdig erweisen? Jede Nacht ein neues Opfer! Jeden Tag ein neuer Sündenbock!

Kennst du des Rätsels Lösung? Dann komm am 16. März um 19:00 Uhr ins Trotz Allem.

Sa. 16. Mär. 2013, 19:00 Uhr

So. 24. Mär.: Kost-Nix-Trödelmarkt

Flea Market Skipton

Kost-Nix-Trödelmarkt! Lust auf Trödelmarkt? Keine Lust auf Trödelmarkt?

Bei uns erlebst du einen ganz besonderen Trödelmarkt. Hier kannst du stöbern ohne zu verhandeln, denn unsere Preise stehen bereits fest. Jedes Teil kostet genau 0,– €. Wir bieten alles was ein Trödelmarkt sonst auch bietet nur umsonst und das indoor. Also kommt zahlreich am 24. März 2013 ins Trotz Allem und schaut euch entspannt um. Für Kaffee und Kuchen ist auch gesorgt.

So. 24. Mär. 2013, 11:00 Uhr

Fr. 15. Mär.: Grenzfrei lädt ein

[Foto: Grenzfrei T-Shirts]
[Icon: Volxküche]

Mit Vorträgen und Filmausschnitten möchte die Gruppe Grenzfrei den Gästen des Abends einen Einblick sowohl in ihre Arbeit als auch in die prekäre/problematische Lebenssituation von Geflüchteten inner- und außerhalb von Europas Grenzen geben. Zu Beginn der Veranstaltungsreihe am 15. März soll ein Überblick über die Situation der Geflüchteten in Calais (Frankreich) in Form eines Vortrages und Ausschnitten aus einem französischen Spielfilm aus dem Jahr 2009 vermittelt werden. Dazu werden kostengünstig vegane Speisen und Getränke angeboten.

Fr. 15. Mär. 2013, 19:00 Uhr

Empfehlung: Punk‘n’Rap

Die neue Veranstaltungsreihe im Treff° wird alle drei Monate lokale und regionale Vertreter des Punk und Rap auf die Bühne holen. Gerne gesehen sind dabei vor allem auch Künstler*innen mit wenig oder ohne Bühnenerfahrung, die hier eine erste Auftrittsmöglichkeit bekommen sollen. Alle Gäste werden um einen Eintrittspreis von 3€ gebeten. Die Eintrittsgelder der Veranstaltung werden (abzüglich der anfallenden Kosten) dem soziokulturellem Zentrum Trotz Allem und der Gruppe Grenzfrei Witten gespendet.

Es treten auf:

Sa. 9. Mär. 2013, 20:00 Uhr, Treff°, Eintritt 3,– € (gerne mehr Spenden

Offener Brief vom Sozialen Zentrum, Bochum, und Trotz Allem, Witten, an „Back Up – Beratungsstelle für Opfer rechter Gewalt“ als Reaktion auf eine Veranstaltungsanfrage in unseren Räumen

Liebes Back UpTeam,

hiermit antworten wir auf Ihre Raumanfragen für Infoveranstaltungen in unseren Zentren.

Wir finden es sehr begrüßenswert, dass es eine Beratungsstelle für Betroffene von rechter Gewalt mittlerweile auch in Westfalen gibt, und halten diese für absolut notwendig. Dennoch haben die Plena unserer Zentren entschieden, dass eine Zusammenarbeit mit der Beratungsstelle Back Up zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich ist. Aktuell können wir den Menschen, die unsere Räumlichkeiten nutzen, nicht vorbehaltlos empfehlen, sich an Back Up zu wenden.

Das liegt vor allem an bisher weder korrigiert noch richtiggestellten Äußerungen eurer wissenschaftlichen Leiterin Claudia Luzar, die sie zum Jahreswechsel in einem offenen Brief „an Neonazis, deren Gegner, Politiker, Polizei, Justiz und Medien“ formulierte. Alleine das Ansinnen, sich scheinbar gleichberechtigt an Neonazis und ihre Gegner*innen zu wenden, widerspricht der von Ihnen behaupteten Parteilichkeit für Betroffene von rechter Gewalt. Implizit redet Back Up damit außerdem der wissenschaftlich hoch umstrittenen Extremismustheorie das Wort, die nicht zuletzt rechte Gewalt aus der sogenannten Mitte der Gesellschaft verharmlost. Wir sind der Überzeugung, dass Back Up damit dem Kampf gegen Neofaschismus und rechte Gewalt ernsthaften Schaden zugefügt hat. Der Sinn einer solch allgemein unverbindlichen Ansprache „an alle“ erschließt sich uns nicht und hat uns in seiner offensichtlichen Naivität stark verblüfft.

In unseren Augen ist es ein No-Go, dass ausgerechnet eine Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt Neonazis Tipps gibt, wie sie Menschen besser davon überzeugen könnten, „dass ihr politischer Weg der richtige ist“. Eine Beratungsstelle, die den Eindruck erweckt, nun auch Politikberatung für die neofaschistischen Täter*innen zu leisten, ist unserer Meinung nach keine gute Ansprechpartnerin für von Neonazi-Gewalt Betroffene.

Von einer Beratungsstelle, die wir Menschen in unserem Umfeld empfehlen können, erwarten wir, dass sie tatsächlich parteiisch und solidarisch mit den Betroffenen rechter Gewalt ist. Der von Claudia Luzar ausgesprochene Rat an die Neonazis, sie sollten doch „ihre demokratischen Möglichkeiten“ nutzen, steht im krassen Widerspruch dazu. Er wirkt außerdem gefährlich naiv. In Dortmund kann man gerade den Versuch der verbotenen Kameradschaft „Nationaler Widerstand Dortmund“ beobachten, ihre Strukturen in die Partei „Die Rechte“ zu überführen, um das Verbot der Gruppe auszuhebeln. Ist das eine „solche demokratische Möglichkeit“ die Claudia Luzar meint?

Wir erwarten außerdem, dass eine Beratungsstelle für Betroffene rechter Gewalt keinen Zweifel daran aufkommen lässt, dass sie nicht nur die Gewalt der Neonazis ablehnt, sondern auch deren autoritäre, rassistische und menschenverachtende Ideologie, die sich dann in dieser Gewalt manifestiert. Das Gegenteil ist in dem zum Jahreswechsel von Back Up veröffentlichten offenen Brief zu entnehmen. Indem Claudia Luzar die Aktivitäten der Neonazis mit der Floskel „ihr politischer Protest” zusammenfasst, verharmlost sie das rassistische und menschenverachtende Programm der militanten Rechten in nicht hinzunehmender Weise.

Weiter fordert Claudia Luzar von Nazi-Gegner*innen in dem Brief pauschal, sich „nicht von Neonazis provozieren“ oder sich „zu Gewalt hinreißen“ zu lassen. Implizit unterstellt sie damit Antifaschist*innen eine latente Gewaltbereitschat und rät den Gegner*innen der Neonazis, lieber „Opfer“ zu werden, als antifaschistischen Protest auf die Straße zu tragen und sich gegen Angriffe von Nazis zu wehren. Diese Äußerung kann als Delegitimierung der Selbstverteidigung bei Nazi-Übergriffen verstanden werden. Dabei ist das Anwenden von Gewalt in Notwehr-Situationen sogar gesetzlich erlaubt – natürlich auch bei Nazi-Übergriffen. Eine pauschale Aufforderung, auf das Notwehrrecht bei militant rechten Angriffen zu verzichten, halten wir für nicht sachgerecht und sogar gefährlich.

Dass Claudia Luzar weiter pauschal und ohne Ansehen des Einzelfalls Betroffenen rechter Gewalt empfiehlt eine Strafanzeige bei der Polizei zu stellen, ist ein weiterer Grund für uns, in Frage zu stellen, ob Back Up eine unabhängige Beratung bieten kann. Schließlich sind unabhängige Beratungsstellen doch gerade auch als Anlaufstelle für jene gedacht, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht bei der Polizei melden wollen oder können – zum Beispiel für Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere, die eine Abschiebung befürchten müssen. In solchen Fällen ist es Aufgabe der Beratungsstelle, ganz individuell zu klären, ob bzw. wie vermieden werden kann, dass ein Gang zur Polizei noch größere Probleme für die von einem Nazi-Übergriff Betroffenen mit sich bringt. Ähnlich sieht es bei Betroffenen aus, die selbst schon einmal Opfer von Polizeigewalt geworden sind. Die Beratungsstelle sollte es auch geben, damit diese Menschen eine vertrauenswürdige Ansprechpartnerin außerhalb der Polizeibehörden haben, Die von Claudia Luzar verbreiteten und von der Beratungsstelle bis heute nicht richtig gestellten Empfehlungen lassen uns ernsthaft daran zweifeln, ob Back Up dem Anspruch einer auch von Polizei- und Strafverfolgungsbehörden unabhängigen Beratung noch gerecht werden kann.

Diese massive Kritik an den von Claudia Luzar zum Jahreswechsel verbreiteten Empfehlungen ist bereits vor mehr als einem Monat in ähnlicher Form von verschiedenen Initiativen gegen Rechts formuliert worden. Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass Back Up sich bis heute nicht öffentlich dazu verhalten hat. Für uns steht außer Frage, dass Back Up die Positionen in den genannten Punkten glaubhaft korrigieren muss, bevor wir in Erwägung ziehen können, die Beratungsstelle den in unseren Räumen verkehrenden Menschen vorbehaltlos zu empfehlen.

Mit freundlichen Grüßen

Soziales Zentrum und Trotz Allem

Fr. 29. Mär.: Schwarzer Tresen: März-Revolution 1920

Erfahrungen im Kampf für eine freie Gesellschaft – Die “Kommune von Dortmund” 1920

Rote Ruhrarmee 1920
[Icon: Volxküche]

Mit dieser Veranstaltung soll an den sogenannten „Kapp-Putsch“ rechtsgerichteter Militärs erinnert werden, der im März 1920 durch einen reichsweiten Generalstreik in nur drei Tagen zu Fall gebracht wurde und an die sich anschließende Erhebung der Arbeiter im Ruhrrevier, das in der Folge knapp drei Wochen von lokalen sozialistischen Aktionsausschüssen „regiert“ wurde. Spontan bildete sich eine „Rote Ruhrarmee“, die gegen Reichswehr und Freikorps im wahrsten Sinne des Wortes „zu Felde“ zog.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung sollen nicht die militärischen Ereignisse des größten bewaffneten Arbeiteraufstandes der deutschen Geschichte stehen, sondern die Frage, was sich unter der „Herrschaft“ der Aktionsausschüsse veränderte. Waren es die Anfänge einer demokratischen Rätegesellschaft oder war es der „rote Terror“, der in dieser Zeit Dortmund 17 Tage regierte?

Besonders soll auf die Rolle der Anarchisten und Syndikalisten eingegangen werden, die damals in Dortmund über 20.000 Mitglieder verfügten. Mit Hilfe vielfältiger Dokumente sollen die Ereignisse anschaulich dargestellt und versucht werden, sie von den vielen Märchen und Mythen zu befreien.

In Witten zwei befinden sich in Bommern (Karte) und Heven (Karte) zwei Gedenksteine für Gefallene der Roten Ruhrarmee.

Eine Veranstaltung der Anarchistischen Gruppe Östliches Ruhrgebiet (AGÖR). Es wird eine Vokü (kostengünstiges veganes Essen) angeboten.

Fr. 29. Mär. 2013, 19:00 Uhr

Extrem rechte Bürgerbewegung Pro NRW plant „Volksinitiative gegen Asylmissbrauch” in NRW-Städten

Ab März 2013 plant die selbsternannte Bürgerbewegung der rechtspopulistischen Partei Pro NRW eine zweiwöchige Kundgebungstour in 21 Städten des Landes mit Schwerpunkten im Rheinland und dem Ruhrgebiet. Auftakt ist am 9. März in Bochum.

Dabei wollen sie auf den vermeintlichen „Asylmissbrauch” hinweisen. Pro NRW behauptet, dass es sich bei 98 Prozent der Asylsuchenden nicht um politisch verfolgte Flüchtlinge, sondern um reine „Wirtschaftsflüchtlinge” und somit um „Scheinasylanten” handele, welche nur das deutsche Sozialsystem ausnutzen würden. Ganz im Duktus der Extremen Rechten der 90er Jahre, bedienen sie sich dabei der Metapher „Das Boot ist voll”, bzw. weisen in ihrem Aufruf darauf hin, dass es sowieso schon voll gewesen sei und nun „zu kentern drohe”.

Die „Bürgerbewegung” versucht damit Stimmung gegen die Flüchtenden zu machen, um auf eine politische Verschärfung des Flüchtlingsrechts hinzuwirken und so zu verhindern, dass weitere flüchtende Menschen in die BRD kommen können. Sie erklären ihr Vorgehen als „Volksinitiative gegen Asylmissbrauch” und gerieren sich dabei als Tabubrecher, der das „mediale Schweigen aubricht”.

Die als „Bürgerbewegung” getarnte, extreme rechte Organisation Pro NRW versucht sich seit 2007 in Anlehnung an das „Erfolgsrezept” von Pro Köln, welche unter anderem gegen den Moscheenbau agitierte, als freiheitlich-konservative Vereinigung rechts der Mitte zu konstituieren. 2010 traten sie zum ersten Mal, unter der Führung des Pro NRW Chefs Markus Beisicht, zur Landtagswahl an. Sie besitzen nach eigenen Angaben mittlerweile 2100 Mitglieder und sind in 40 Kreis- und 8 Bezirksverbänden organisiert. Neuerdings setzt Pro NRW auf das Thema „Asylpolitik” und nicht mehr nur auf islamkritisch getarnten Rassismus, der sich vor allem in prominenten Demonstrationen gegen Moscheenbau ausdrückte. Mit ihren Themen können sie nicht nur bei Wählern wie der extrem rechten NPD punkten, sondern hoffen auch Wähler aus der Mitte der Gesellschaft zu überzeugen.

Diese Strategie scheint sich zu lohnen, erhielten sie doch immerhin bei ihrer ersten Teilnahme an einer Landtagswahl direkt 1,4 Prozent der Zweitstimmen, was über 100.000 Gesamtstimmen entspricht. Pro NRW war damit die erfolgreichste Partei des extrem rechten Parteienspektrums. Mit ihrer Strategie bereiten sie sich nicht nur auf die nächste Landtagswahl vor, sondern auch auf die 2014 anstehenden Komunalwahlen. Es ist zu befürchten, dass sie bei den Komunalwahlen erfolgreich sein könnten, da hier die 5-Prozent-Hürde nicht gilt. In diesem Fall käme Pro NRW in die staatliche Parteienfinanzierung und könnte so ihre Agitation noch weiter ausbauen.

(zum Weiterlesen: „Pro NRW” als Riese unter den Zwergen – NRW-Landtagswahlergebnisse der extremen Rechten (PDF) aus Lotta Nummer 39)

Dies werden wir in NRW nicht hinnehmen! Ab dem 9. März gilt es in allen Städten in NRW auf die Straße zu gehen, um den Rechten und ihrer Propaganda, unsere antirassistische Kritik entgegenzusetzen und den rassistischen Normalzustand anzugreifen!

Samstag, 9. März: Bochum und Essen
Montag, 11. März: Witten und Mühlheim
Dienstag, 12. März: Duisburg und Gelsenkirchen
Mittwoch, 13. März: Dortmund und Hagen
Donnerstag, 14. März: Düsseldorf und Leverkusen
Freitag, 15. März: Bergheim und Neuss
Samstag, 16. März: Mönchengladbach und Aachen
Montag, 18. März: Bielefeld und Wickede
Mittwoch, 20. März: Wuppertal und Remscheid
Donnerstag, 21. März: Recklinghausen und Krefeld
Samstag, 23. März: Köln